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Ethos: Aktionäre sind in den letzten Jahren kritischer geworden

Nach Boni-Exzessen und Finanzkrise sind die Aktionäre gegenüber den grossen Unternehmen kritischer geworden.

An den Generalversammlungen (GV) werden Déchargen, Vergütungsberichte oder umstrittene Kapitalerhöhungen nicht mehr so leicht durchgewinkt. Paradebeispiel ist für Ethos-Direktor Dominique Biedermann die US- Firma Weatherford, die auch an der Schweizer Börse kotiert ist: Der Öldienstleister bezahlte bei einem 100-Mio-Dollar-Verlust Löhne und Abgangsentschädigungen, die weit über 100 Millionen Dollar gelegen hatten. «Da kann man verstehen, dass von Abzockern gesprochen wird», sagte Biedermann am Mittwoch vor den Medien in Zürich. Der Weatherford-Vergütungsbericht bekam dieses Jahr nur 43 Prozent Ja- Stimmen. Für die Ethos-Stiftung, die mit vielen Pensionskassen verbunden ist, stellt dies einen klaren Erfolg dar. Ethos fordert im Vorfeld von GVs die Aktionäre immer wieder zum Widerstand auf, auch wenn die Voten zu Vergütungsberichten nicht bindend sind. So erreichte der Vergütungsbericht des Pharmakonzerns Novartis nur 61 Prozent Ja-Stimmen, beim Chemieunternehmen Lonza gar nur 57 Prozent. Auch die umstrittenen UBS-Löhne fanden an der GV nicht zuletzt wegen den Ermahnungen von Ethos nur 65 Prozent Zustimmung. Bei der Immobilienfirma Swiss Prime Site und beim Softwareunternehmen Temenos finden geplante Kapitalerhöhungen nicht statt, weil nicht genug Aktionäre dafür waren. Unzufrieden ist Ethos nach den GVs im Frühling 2011 mit einer Reihe von Unternehmen, in denen nach Ansicht der Stiftung Verwaltungsräte zu lange an ihren Sesseln kleben, oder zuviele Mandate auf einmal tragen. Biedermann nannte den Sanitärkonzern Geberit, das Verschlüsselungsunternehmen Kudelski, den Warenprüfkonzern SGS und den Rückversicherer Swiss Re. Bedenken hat Ethos auch bei den Déchargen-Erteilungen beim Ölbohrkonzern Transocean, beim Bauausrüster Arbonia-Forster und beim Hörgerätehersteller Sonova, die in den wegen verschiedener Affären und ungeklärter Vorgänge für negative Schlagzeilen gesorgt hatten.

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