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Entwickler wollen mit Boom bei Smartphone-Apps Geld verdienen Hoffnung auf Milliardenmarkt durch die kleinen Handy-Helfer Von Glenn Chapman, AFP Hintergrund

San Francisco Nicht nur für die Hersteller von Smartphones tut sich ein Riesenmarkt auf.

Weil immer mehr der Internethandys verkauft werden, boomt auch die Nachfrage nach den Mini-Programmen für die Geräte, die sogenannten Apps. Sie ermöglichen den Smartphone-Nutzern vom Aktualisieren ihres Facebook-Profils bis zum Buchen von Hotelzimmern fast alles. Millionenfach werden sie heruntergeladen. In San Francisco fand in dieser Woche der weltweit erste App-Kongress statt - und nicht nur Firmen, auch viele Hobbyprogrammierer wittern ein grosses Geschäft. Bis 2012 soll es jährlich fast 50 Milliarden App-Downloads geben, mehr als fünfmal so viel wie zurzeit. Das geht aus einer Studie des weltweit zweitgrössten App-Anbieters GetJar hervor. Handy-Applikationen gibt es bereits seit den späten 1990er- Jahren. Ein Massenmarkt wurden sie jedoch erst, nachdem der Apple- Konzern Mitte 2008 seinen AppStore für das bahnbrechende Internethandy iPhone eröffnete. Goldgrube entdeckt Inzwischen preisen alle Smartphone-Hersteller die Apps immer offensiver an. Noch ist Apple führend, aber vor allem Google holte zuletzt auf. Für sein Betriebssystem Android, das auf vielen Handys läuft, gibt es immer mehr der Mini-Programme. «Es ist gerade erst bekannt geworden, dass der Markt eine Goldgrube ist», sagt der Chef des weltweit ersten App-Kongresses, Drew Ianni. «Jetzt beginnt der grosse Ansturm.» Schon jetzt gibt es hunderttausende Apps: Von der Wasserwaage fürs Handy bis zur Eieruhr. Die Applikationen dienen aber vor allem auch dazu, auf dem Handy den Internetbrowser zu ersetzen. Mit einer Youtube-App etwa kann der Nutzer per Knopfdruck direkt in dem Video-Portal landen. Er muss nicht das gesamte Internet auf den meist kleinen Smartphone-Bildschirmen durchsuchen und auch das Eintippen der Web-Adresse in der Zeile des Browsers bleibt ihm erspart. Mit einer App zu Geld kommen kann im Grunde jeder, der eine Idee hat und programmieren kann. Ist die Applikation einmal in einem der einschlägigen Internet-Shops, werden die Entwickler an jedem App- Download beteiligt. Vom Hobby zum Beruf Je beliebter die Apps, desto lukrativer das Geschäft. Viele Apps sind zwar gratis, aber eben nicht alle. Schon mancher Hobbyprogrammierer hat das App-Entwickeln inzwischen zum Beruf gemacht. Aber die Konkurrenz wird immer härter. «Du musst unter den besten sein, um viel Geld zu verdienen», sagte Brian Lee von Pen Power, einer US-Firma, die hinter der iPhone-App World Card steht. Die App nimmt Kontaktinformationen in Adressbücher auf, indem der Nutzer Visitenkarten fotografiert. «Die Menschen sind unbeständig», sagt Oren Michels, Chef der US- Softwarefirma Mashery. «Wenn eine App nicht gut ist, wird sie nicht genutzt.» Seine Firma hat sich auf Apps spezialisiert, die Unternehmen dabei helfen, mit Kunden in Kontakt zu treten. Der Markt boomt, doch der Anteil der erwachsenen Nutzer ist gering. Laut einer Studie, die das Pew Institut in Washington veröffentlichte, nutzen lediglich 24 Prozent der Erwachsenen in den USA die Applikationen. «Es ist offensichtlich, dass der Markt noch ganz am Anfang steht», sagt Kristen Purcell vom Pew Internet Project. «Der App- Markt scheint den Konsumgewohnheiten der Mehrheit von erwachsenen Handy-Nutzern einen Schritt voraus zu sein.»

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