Zum Hauptinhalt springen

Ein Glanzjahr in Zeiten der grossen Krise

Der Motor bei der Baloise laufe rund und hat sich beschleunigt, sagt Finanzchef Carsten Stolz.

Die Baloise gibt dem Bahnhofsbereich ein neues Gesicht und investiert kräftig in ihren städtebaulich ansprechenden Hauptsitz.
Die Baloise gibt dem Bahnhofsbereich ein neues Gesicht und investiert kräftig in ihren städtebaulich ansprechenden Hauptsitz.
zvg

Abgewatscht, so liess sich der Blick von Baloise-CEO Gert De Winter deuten, als dieser am Donnerstag kurz nach Börsenbeginn sein Smartphone zückte und die Kursliste konsultierte. Selbst ein Spitzenresultat fällt aktuell bei den verunsicherten Anlegern durch. Minus 9 Franken betrug der Abschlag kurz nach Börsenbeginn.

An normalen Börsentagen hätte die Baloise die Anleger zweifellos überzeugt. De Winter sprach von einem der besten Ergebnisse überhaupt. «Der Motor bei der Baloise läuft rund und hat sich beschleunigt», ergänzte Finanzchef Carsten Stolz. Dies ­gelte sowohl bei den getätigten Innovationen als auch im Kerngeschäft. Der Gewinn stieg im vergangenen Jahr um 32,7 Prozent auf 694,2 Millionen ­Franken.

Starkes Standbein in Belgien

Das Prämienvolumen stieg um 9,6 Prozent auf 9,51 Milliarden Franken. Die Baloise wuchs organisch, aber auch durch höhere Prämienvolumen im traditionellen Leben-Geschäft, nachdem die Axa aus dem Vollversicherungsgeschäft mit der beruflichen Vorsorge in der Schweiz ausgestiegen war. Positiv wirkte sich aber auch die Akquisition von Fidea in Belgien aus. Insgesamt lagen Ende Jahr die Bruttoprämien mit 4,06 Milliarden Franken um 20,8 Prozent höher als im Vorjahr.

Verbessern konnte die Ba­loise das Prämienvolumen auch bei den Nicht-Leben-Versicherungen. Hier war Fidea ebenfalls der Treiber. Inzwischen figuriert die Baloise im Nicht-Leben-Bereich bei den Top 4 in Belgien. Die strategischen Akquisitionen hätten sich ausgezahlt, sagte De Winter.

Als «exzellent» bezeichnete Stolz den Schaden-Kosten-Satz (netto). Hier verbesserte sich die Gruppe um 1,3 Prozentpunkte auf 90.4 Prozent. Dies ist der beste Wert seit dem Jahr 1999, wie De Winter sagte.

Beim Schaden-Kosten-Satz wird das Verhältnis zwischen Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Abschlusskosten einerseits und den Prämieneinnahmen auf der anderen Seite dargestellt.

Bei den Versicherungsgeldern resultierte eine Nettorendite von 2,3 Prozent. Das Eigenkapital der Gruppe erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 11,8 Prozent. Es erreichte 6,7 Milliarden Franken. De Winter betonte, dass man sich beim Erreichen der Strategieziele auf Kurs befinde. Unter anderem will man bis 2021 eine halbe Million neue Kunden gewinnen. «Die Hälfte davon haben wir schon», sagte er. Bei der Generierung von Barmitteln läuft es ebenfalls wie geschmiert. Bis 2021 sollen es 2 Milliarden sein, Ende Jahr waren es 1,32 Milliarden. Vom guten Geschäftsgang sollen auch die Aktionäre profitieren. Sie erhalten 40 Rappen mehr pro Aktie.

Gut in Schwung ist die Ba­loise auch bei neuen Geschäftsmodellen. Die sogenannten Ökosysteme Heim und Mobilität sollen weiter akzentuiert werden. Wie solche im Einzelfall aussehen können, zeigte Laurent Decrue, Erfinder von Movu, einer Onlinevergleichsplattform für Umzüge. Wer sich zehn Minuten Zeit nimmt und fünfzig Fragen beantwortet, kriegt gratis fünf Offerten von Umzugsfirmen zugestellt. Wer will, kann gleich noch eine Versicherung bei der Ba­loise abschliessen, damit allfällige Transportschäden gleich beglichen sind. Bereits weist Movu 45’000 Kundenanfragen jährlich und 10’000 Buchungen aus. Tendenz steigend. Die Baloise hatte sich das Start-up geschnappt, als Nati-Goali Yann Sommer auf den Anbieter aufmerksam geworden war und eine Beteiligung erworben hatte.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch