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EGL-Chef: Baubeginn der Adria-Pipeline steht noch nicht fest Abhängig von Gas aus Aserbaidschan - Vertrag mit Iran sistiert Von Johannes Brinkmann, SDA

Nach jahrelanger Verzögerung steht der Baubeginn für die Gaspipeline durch die Adria (TAP) immer noch in den Sternen.

Abhängig ist die Röhre, die von Griechenland durch Albanien und die Adria nach Italien führen soll, vom Gas aus Aserbaidschan. Denn «durch die TAP wird kein iranisches Gas fliessen», machte der Chef der Axpo-Tochter EGL, Hans Schulz, am Donnerstag vor den Medien erneut deutlich. Das Konsortium für den Bau der Pipeline, zu dem EGL gehört, habe entschieden, «aufgrund der geopolitischen Lage» den Gasliefervertrag mit dem Iran zu sistieren. Vor allem den Amerikanern ist das Abkommen mit Teheran ein Dorn im Auge. Politiker in Washington nützen die Gelegenheit, um publikumswirksam Druck gegen die EGL und die Schweiz auszuüben. Kein Gas aus Iran bezogen Schulz konterte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA, dass der Vertrag alleine keine Regeln und kein Gesetz verletze: «Wir haben noch keinen einzigen Kubikmeter Gas bezogen.» Der Vertrag sei eine Option, die gezogen werden könne, wenn gewisse Vorraussetzungen erfüllt seien wie etwa die Durchleitung des Gases durch die Türkei oder eine Einigung über die Preise. Die politische Situation werde entscheidend sein, ob der Vertrag mit dem Iran je angewandt werde, sagte Schulz: «Deshalb haben wir uns nach anderen Gasfeldern umgeschaut.» Man verhandle über den Bezug aus dem Gasfeld Shah Deniz 2, das südöstlich von Aserbaidschans Hauptstadt Baku im Kaspischen Meer liege. Allerdings buhlt nicht nur das TAP-Konsortium aus EGL, der norwegischen Statoil und der deutschen E.ON Ruhrgas um das Gas von Shah Deniz 2. Auch das Konsortium des Nabucco-Pipelineprojekts durch die Türkei nach Österreich hat ein Auge auf das Gas geworfen. «Wir gehen davon aus, dass 2011 Klarheit herrscht, wer Gas aus Aserbaidschan beziehen kann», sagte Schulz. Der Baubeginn für die TAP hänge von den Fortschritten bei der Erschliessung von Shah Deniz 2 ab, sagte der EGL-Chef. Der Gasverantwortliche von Aserbaidschans staatlicher Energiegesellschaft Socar, Kemal Abbasow, hatte im Herbst gesagt, ein Start sei in etwa sechs Jahren wahrscheinlich. Abhängig von Shah Deniz 2 Shah Deniz 2 und die TAP müssten aufeinander abgestimmt sein, sagte Schulz: «Denn es gibt nichts Schlimmeres als eine leere Pipeline.» Innerhalb von drei bis vier Jahren könnte die Pipeline gebaut sein. Ursprünglich hätte die TAP bereits heuer den Betrieb aufnehmen sollen. Auf Schwierigkeiten stösst die TAP in Griechenland, wo die Regierung das Konkurrenz-Pipelineprojekt IGI bevorzugt, an dem die staatliche griechische Gasgesellschaft Depa beteiligt ist. Man bemühe sich um gleich lange Spiesse, sagte Schulz. Denn die europäischen Gesetze liessen keine Bevorzugung zu. Auch die Verhandlungen über den Gas-Transit durch die Türkei seien nicht vorangekommen. Fortschritte habe es indes in Albanien gegeben, wo die Regierung die TAP stark unterstütze. Und das Konsortium habe als Partner E.ON Ruhrgas ins Boot holen können.

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