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Deutsche Exporte sinken so stark wie zuletzt im Krisenjahr 2009

Wiesbaden Die Euro-Krise ist bei den deutschen Exporteuren angekommen: Ihr Umsatz brach im September wegen der schwachen Nachfrage aus der Währungsunion so stark ein wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr.

Die Ausfuhren sanken um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 91,7 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. «Das ist der erste Rückgang im Jahresvergleich seit Januar 2010 und zugleich der stärkste seit November 2009», sagte ein Statistiker. Grund dafür ist die Rezession in vielen Euro-Ländern. «Die europäische Schuldenkrise wirft ihre Schatten auf den deutschen Aussenhandel», sagte der Präsident des Exportverbandes BGA, Anton Börner. «Die Einbrüche schmerzen, aber sie haben nicht das Niveau aus der Finanzkrise.» Die Exporte des wichtigsten Schweizer Handelspartners in die krisengeplagte Euro-Zone brachen um 9,1 Prozent ein. Dagegen wuchsen die Ausfuhren in Drittländer um 1,8 Prozent. Hoffnung auf Trendwende «Die Hoffnung ist aber, dass Europa die Talsohle erreicht hat», sagte Volker Treier vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zur Nachrichtenagentur Reuters. «Bis sich das in den Exporten niederschlägt, dauert es aber noch ein bisschen.» Auf der anderen Seite bauen sich neue Gefahren auf. «Ein Risiko sind die USA. Dort laufen die Geschäfte bislang sehr gut - vor allem wegen der sinkenden Arbeitslosigkeit und der sich stabilisierenden Häuserpreise», sagte Treier. «Sollte es aber zum Jahresbeginn zu automatischen Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen kommen, kann das die Wirtschaft belasten. Das nächste Jahr wird also zäh.» Überraschte Ökonomen Verglichen mit dem Vormonat fielen die Ausfuhren um 2,5 Prozent. Einen grösseren Rückgang hatte es zuletzt im Dezember 2011 gegeben. Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 1,5 Prozent gerechnet. In den ersten neun Monaten erhöhten sich die Exporte um 4,1 Prozent auf 825,9 Milliarden Euro. Der Aussenhandelsverband BGA rechnet im Gesamtjahr mit einem Wachstum von etwa 4 Prozent. Damit würde die 2011 erstmals erreichte Billionen-Grenze beim Umsatz erneut übertroffen. Die deutschen Importe fielen im September im Vergleich zum Vormonat um 1,6 Prozent. Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 0,1 Prozent erwartet. Die Einfuhren summierten sich auf 74,9 Milliarden Euro, was einem Minus von 3,6 Prozent im Vergleich zum September 2011 entspricht.

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