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Schweizer bescheren Hoteliers mehr Übernachtungen

Die Schweizer Hotels waren in der Wintersaison stärker ausgelastet als im Vorjahr – dank den Einheimischen. Die Zahl der ausländischen Gäste brach hingegen ein.

Weniger Deutsche und Russen, dafür mehr Schweizer: Die Gästestruktur hat sich im vergangenen Winter gewandelt. Andermatt mit dem Hotel Chedi. (06.12.2013)
Weniger Deutsche und Russen, dafür mehr Schweizer: Die Gästestruktur hat sich im vergangenen Winter gewandelt. Andermatt mit dem Hotel Chedi. (06.12.2013)
Sigi Tischler, Keystone

Die Zahl der Übernachtungen in Schweizer Hotels hat in der abgelaufenen Wintersaison ganz leicht um 0,1 Prozent zugenommen. Der Anstieg ist vor allem Feriengästen aus dem Inland zu verdanken, ausländische Touristen buchten dagegen weniger häufig.

Mit insgesamt 7,4 Millionen Logiernächten verzeichnete die inländische Nachfrage einen Anstieg um 1,9 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte. Die Nachfrage der ausländischen Gäste belief sich auf 8,3 Millionen Logiernächte. Dies entspricht einem Rückgang von 1,4 Prozent.

Direktor zufrieden

Hotelleriesuisse-Direktor Christoph Juen zeigte sich angesichts der veränderten Rahmenbedingungen insgesamt zufrieden mit dem Resultat. Die erste Hälfte der von November bis April dauernden Wintersaison sei trotz Schneemangels positiv verlaufen. In der zweiten Hälfte habe die Branche aber mit Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt, sagte Juen am Montag der Nachrichtenagentur sda.

Frankenstärke und Rubelschock

Bereits ab Januar seien viele russische Touristen wegen des Rubelschocks der Schweiz fern geblieben. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses habe sich dann im März und April in den Übernachtungszahlen von Gästen aus der Eurozone deutlich ausgewirkt.

Laut Schweiz Tourismus übernachteten in der gesamten Wintersaison 4,6 Prozent weniger Touristen aus der Eurozone in Schweizer Hotels. Im Januar steigerte sich der Rückgang zunächst auf 6,5 Prozent, im April gar auf 9,9 Prozent.

Vor allem deutsche und russische Touristen blieben der Schweiz fern. Mit einem Minus von 118'000 Logiernächten verbuchte Deutschland die deutlichste absolute Abnahme aller Herkunftsländer. Die Zahl der Touristen aus Russland brach um rund ein Viertel ein.

Treue Schweizer Kunden

Zum Glück seien inländische Gäste einem Aufruf von Schweiz Tourismus gefolgt und hätten mehr in Schweizer Hotels gebucht. Zusammen mit der erhöhten Nachfrage aus Asien und Nord- und Südamerika habe die Hotellerie die Ausfälle teilweise kompensieren können, erklärte Juen.

Laut BFS stieg die Nachfrage aus dem asiatischen Kontinent um knapp 14 Prozent. China (ohne Hongkong) legte um rund 26 Prozent zu und wies damit das stärkste absolute Wachstum aller ausländischen Herkunftsländer auf. Die Nachfrage aus dem amerikanischen Kontinent erhöhte sich um 6,6 Prozent.

Minus in Graubünden

Acht der vierzehn Tourismusregionen registrierten in der Wintersaison einen Rückgang der Logiernächte. Dabei wirkten sich die Folgen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses in den traditionellen Ferienregionen stärker aus als in der Stadthotellerie.

Graubünden verbuchte mit einem Minus von 74'000 Logiernächten (-2,6 Prozent) die deutlichste Abnahme in absoluten Zahlen. Die Region Zürich erzielte mit einem Plus von 98'000 zusätzlichen Logiernächten ( 4,4 Prozent) das deutlichste absolute Wachstum.

Eher trübe Aussichten

Wegen der Währungssituation blickt die Hotelbranche der kommenden Sommer- und Wintersaison mit gemischten Gefühlen entgegen. Neben einem voraussichtlichen Rückgang der Gäste, besonders aus dem EU-Raum und aus Russland, geraten gemäss Juen auch die Preise weiterhin unter Druck.

Schweizer Hotels sollten wegen der hohen Qualitätsstandards jedoch nicht auf Preissenkungen setzen. Stattdessen könnten sie mit Zusatzangeboten die anspruchsvollen Gäste überraschen, sagte Juen. Um den Rückgang der Übernachtungen in Grenzen zu halten, werde im Sommer auch das Wetter eine wichtige Rolle spielen.

SDA/dia

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