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Dank Geo-Apps liefern Handys alle Informationen zum Hier und Jetzt Von Kurt Haupt, SDA/MID Hintergrund

Handys wissen, wo sich ihr Besitzer befindet.

Die ortsbasierten Dienste schlagen deshalb nicht nur den Heimweg vor, sondern locken auch zu Freunden in die Beiz oder mit Gutscheinen in den nächsten Laden. Besserwisserisch erklären sie sogar Wissenswertes zu Gebäuden und Landschaften, die via Handy-Kamera zu sehen sind. Eine bis aus wenige Meter präzise Positionsbestimmung gehört inzwischen zu den Grundfähigkeiten jedes besseren Mobiltelefons. In der Vergangenheit wurde das Wissen über die eigene Position aber nur stiefmütterlich genutzt. Standardlösungen waren Navigationsprogramme, welche Autofahrer sprachgeführt von A nach B lotsen oder reine Kartendienste wie Google-Maps, mit denen auch Fussgänger auf einer digitalen Strassenkarte den Weg durch Häuserschluchten suchen. Jeder Ort ist voller Informationen Sogenannte ortsbezogene Dienste können dem Handybesitzer aber mehr Informationen bieten. Dazu holen sie sich aus dem Internet genau jene Informationen, die zum aktuellen Standort passen. Man muss also nicht mehr in einem Telefonbuch durch die Liste von chinesischen Restaurants blättern, sondern sieht auf seinem Handy nur jene chinesischen Restaurants, welche in der Nähe sind. Das funktioniert genauso einfach mit dem Kinoprogramm oder dem Fahrplan. Das Handy-Programm der SBB hat beispielsweise einen «Ich will nach Hause»-Knopf. Drückt man ihn, sucht der Helfer aufgrund der Position die nächste Haltestelle und eruiert auch gleich Abfahrten und Verbindungen. Das Handy taugt aber auch als Fremdenführer. Dank elektronischem Kompass und Lagesensoren kann ein Smartphone berechnen, wohin der Linse der Handykamera schaut. Das Live-Videobild auf dem Handy- Bildschirm wird dann bei Programmen mit so genannter «Augmented Reality» mit Informationen aus dem Internet ergänzt. Am besten demonstriert dies Wikitude, das für praktisch alle Smartphones kostenlos erhältlich ist. Schaut man mittels Handykamera auf ein historisches Gebäude, werden automatisch die passenden Informationen aus dem Internetlexikon Wikipedia zum Bauwerk eingeblendet. Wikitude Drive hilft sogar beim Autofahren und Städtebummeln, die Route zum Ziel wird hier als grüne Linie in das durch die Handykamera sichtbare Landschaftsbild eingeblendet. Weitere spannende Erfahrungen mit Augmented Reality bieten auch Programme wie Layar und Swisspeaks. Der Wechsel vom Was zum Wer Die lokalisierten Informationen werden meist kostenlos von zahlreichen Anbietern geliefert. Andererseits mutieren aber auch die Handy-Besitzer zunehmend zu Informationslieferanten. Sie «checken» sich nämlich einfach an einem bestimmten Ort ein und ergänzen diesen mit ihren persönlichen Eindrücken und Bewertungen. Sitzt man beispielsweise in einer gemütlichen Beiz, startet man auf dem Handy ein kleines Programm und tippt seinen Kommentar zu diesem Ort ein. Foursquare, Gowalla, Friendticker, Brightkite und Facebook Places heissen die gängigsten Programme und Dienste, bei denen sich einfach Informationen zu bestimmten Orten finden und persönlich ergänzen lassen. Da beispielsweise Barbesitzer daran interessiert sind, dass ihre Lokalität als populär gilt, hat sich dafür inzwischen sogar ein «Belohnungssystem» etabliert. Wer in einer Beiz zum 10. Mal via Smartphone «eincheckt», erhält möglicherweise einen Gutschein für ein Freigetränk auf dem Handy-Display. Als angenehme Nebenwirkung funktionieren solche Geodienste auch noch als Freundefinder. Wenn die Kollegen beim gleichen Dienst mitmachen, findet man einfach raus, wo sie sich gerade «eingecheckt» haben. Unangenehme Nebenwirkung ist, dass man durch die Dienste viel von seiner Privatsphäre verliert, weil vor allem die Betreiber umfangreiche persönliche Daten sammeln und teils auch weiterverwerten. Die EU ist deshalb dabei, eine Gesetzgebung für die Verwendung dieser personenbezogenen Daten zu entwickeln.

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