Credit Suisse finanziert Regenwald-Abholzer mit

Die Grossbank vergab Kredite an eine indonesische Firma, der schwere Umweltzerstörung vorgeworfen wird.

Riesige Flächen werden auf Sumatra jedes Jahr abgeholzt.

Riesige Flächen werden auf Sumatra jedes Jahr abgeholzt.

(Bild: Getty Images/Ulet Ifansasti)

Die Credit Suisse hat während der Generalversammlung 2015 versprochen, Geschäfte mit dem indonesischen Konzern Asia Pacific Resources International (April) künftig scharf zu überprüfen. Der Papierhersteller ist in Raubbau von Regenwäldern in Indonesien verwickelt. Recherchen von «SonntagsZeitung» und «Tages-Anzeiger» im Paradise-Papers-Datenleck zeigen nun, dass die Schweizer Grossbank nur vier Monate nach dieser Ankündigung den nächsten 50-Millionen-Kredit einfädelte. Dies, obwohl sich im Sommer 2015 in Indonesien riesige Brände ausbreiteten.

Unternehmen wie April holzen Wälder ab und zünden die übrigbleibenden Baumstümpfe an, um Land für Akazienplantagen zu gewinnen. Gemäss Dokumenten aus den Paradise Papers, abgeglichen mit Informationen von Finanzdiensten wie Bloomberg und Reuters, hat die Credit Suisse 2005, 2007, 2010, 2011, 2013 und 2015 Kredite an April vergeben. Die Summen betragen üblicherweise 50 Millionen Dollar pro Transaktion. Die Darlehen fliessen zur Steueroptimierung durch ein Netz von Offshorefirmen. Seit 2005 hat die CS so mindestens 200 Millionen Dollar verliehen.

Die Grossbank beruft sich in einem Statement auf den bankweit standardisierten Reputations-Risiko-Prüfungs-Prozess. Damit stelle man sicher, «dass bei potenziellen Transaktionen sämtliche relevanten Gesetze, Regeln und Regulierungen aller Länder, in denen wir tätig sind, eingehalten werden».

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