Zum Hauptinhalt springen

Credit Suisse fasst für 2011 ersten CoCo-Bond ins Auge

Zürich Die Credit Suisse will im Laufe des nächsten Jahres ihre erste bedingte Pflichtwandelanleihe zur Vorsorge für den Krisenfall auflegen.

Die sogenannten «Contingent Convertible Bonds» (CoCo-Bonds), werden automatisch in Eigenkapital gewandelt, wenn die Kapitalquote unter einen bestimmten Wert sinkt. Im Herbst empfahl eine vom Bund eingesetzte Expertenkommission, die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS auf prozentual doppelt so viel Eigenkapital zu verpflichten wie der internationale Basel- III-Standard vorsieht. Rund die Hälfte sollen sie als CoCo-Bonds halten können. Die UBS reagierte zurückhaltend auf die Vorschläge. Bei der Credit Suisse fielen sie auf fruchtbaren Boden. Eine solche neue Anleihe könne aber nicht von heute auf morgen begeben werden, das erfordere eine Menge Vorbereitung, sagte ein Credit-Suisse-Sprecher am Montag. Es sei immer klar gewesen, dass 2010 in dieser Hinsicht nichts mehr passieren werde. In der «Financial Times» (Montagausgabe) hatte Credit-Suisse- Konzernchef Brady Dougan erklärt, er hoffe, «dass wir im Laufe des nächsten Jahres etwas machen können». Es geht vor allem um die Frage, wie der Markt auf solche Anleihen reagieren wird. Dougan rechnet damit, dass institutionelle Investoren wie auch Kleinanleger im gegenwärtigen Tiefzins-Umfeld an CoCos interessiert sind. Über mehrere Jahre hinweg könnte sich das CoCo-Volumen bei der Bank bis auf 30 Milliarden Franken belaufen. Aktie statt Anleihe Diese werden höher verzinst als normale Anleihen, beinhalten aber auch das Risiko, dass ein Anleger dann Aktien einer Bank zugeteilt bekommt, wenn der Kurs krisenbedingt in Keller ist. Das könne speziell für Staatsfonds interessant sein, die ja in der Krise bei grossen Banken eingestiegen seien, hatte Dougan bereits Ende Oktober erklärt. Nach Ansicht der Ratingagentur Standard & Poor's könnten sich Banken in den nächsten Jahren über CoCo-Bonds mindestens eine Billion Dollar am Kapitalmarkt besorgen. Im Rahmen von Basel III werden die Pflichtwandler im Moment noch diskutiert. Die Schweiz ist bereits einen Schritt weiter. Beobachter gehen davon aus, dass die Vorschläge der Expertengruppe weitgehend in Vorschriften umgesetzt werden und CoCo-Bonds Teil der Eigenkapitalvorschriften der Banken werden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch