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Boehringer stoppt Entwicklung von Frauen-Lustpille

Ingelheim Der deutsche Pharmakonzern Boehringer Ingelheim stoppt die Entwicklung einer Lustpille für die Frau.

Grund dafür sind Bedenken der US-Gesundheitsbehörde FDA über Nutzen des Mittels und mögliche Nebenwirkungen. «Angesichts des fortgeschrittenen Entwicklungsstadiums fiel diese Entscheidung nicht leicht», teilte die Unternehmensleitung am Freitag mit. Der Wirkstoff Flibanserin sollte gegen sexuelle Lustlosigkeit bei Frauen vor den Wechseljahren helfen. Boehringer Ingelheim sei weiterhin von dem positiven Nutzen- Risiko-Verhältnis des Wirkstoffs überzeugt, hiess es. Angesichts des Umfangs und der Komplexität der Fragen, die für eine mögliche Zulassung hätten geklärt werden müssen, zog Boehringer jetzt aber die Notbremse. Das Unternehmen will sich stattdessen auf andere Projekte konzentrieren. Die beiden am weitesten fortgeschrittenen klinischen Studien will Boehringer dennoch abschliessen und die Erkenntnisse der Wissenschaft zur Verfügung stellen. Boehringer wollte sein Mittel unter dem Namen «Girosa» auf den Markt bringen und hatte sich davon ein hohes Marktpotenzial erhofft. Ursprünglich sollte Flibanserin als Antidepressivum genutzt werden. Dann fanden Forscher heraus, dass der Wirkstoff bei den Neurotransmitter-Systemen im Gehirn ansetzt, die eine Rolle beim sexuellen Verlangen spielen. Vor Boehringer Ingelheim waren auch schon andere Pharmakonzerne mit dem Versuch gescheitert, eine weibliche Variante von Viagra auf den Markt zu bringen. 2004 legte der US-Konzern Pfizer seine Pläne für ein luststeigerndes Medikament für Frauen auf Eis, nachdem Studien nicht den gewünschten Erfolg gezeigt hatten.

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