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Bilanzen von Versicherern sollen weltweit vereinheitlicht werden

London Für Analysten und Anleger soll es im nächsten Jahr einfacher werden, Versicherungsunternehmen anhand ihrer Bilanzen miteinander zu vergleichen.

Das International Accounting Standards Board (IASB) legte am Freitag einen Vorschlag zur Vereinheitlichung der Bilanzierungspraxis vor. Dabei geht es um die Bewertung der Versicherungspolicen. Der neue IASB-Standard, der 2011 eingeführt werden soll, ermittelt den Wert der Policen für den Versicherer nach den verschiedenen Zu- und Abflüssen, die bei Erfüllung des Vertrags zu erwarten sind. Eine an den aktuellen Marktwert (»Fair Value») angelehnte Bewertung war in der Branche auf Ablehnung gestossen. Bisher hatten die europäischen Versicherer mangels einer eindeutigen Vorschrift ihre eigene Bewertung für die Verträge gebastelt: Ihr «Embedded Value» wurde von Anlegern jedoch zunehmend kritisch gesehen. Auch hatte er sich nicht überall durchgesetzt. Die Verunsicherung über den wahren Wert der Versicherungspolicen hatte zu Bewertungsabschlägen für die milliardenschwere Branche geführt. Die Änderung könnte die Kapitalbeschaffung für die Versicherer nun verbilligen. Die geltende Praxis habe dazu geführt, dass nur echte Experten das undurchschaubare Zahlenwerk verstanden hätten, sagte IASB-Vorsitzender David Tweedie. Der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young begrüsste den Vorstoss des IASB, auch wenn die Umstellung ein Kraftakt sein werde. «Der Nutzen für die Branche und für die Finanzbranche kann gar nicht unterschätzt werden», sagte James Dean, der bei Ernst & Young weltweit für die nach IFRS-Standard bilanzierenden Versicherer zuständig ist. «Der Entwurf ist auch für Banken von Bedeutung», sagte Burkhard Eckes vom Wirtschaftsprüfer PwC. Künftig seien von Banken begebene Finanzgarantien - etwa Bürgschaften - wie Versicherungsverträge zu bilanzieren. Die Regeln des IASB werden in mehr als 100 Ländern angewandt, unter anderem von den Schwergewichten AXA und Allianz in Europa. Der Standardsetzer will sein Regelwerk bis Mitte 2011 mit dem des US- «Konkurrenten» FASB in Übereinstimmung bringen und arbeitet mit ihm an einem einheitlichen Standard für Versicherer.

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