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Bachem vor Wachstumssprung und bald mit zweitem Standbein

Das Oberbaselbieter Unternehmen übertrifft die Umsatzmarke von 300 Millionen Franken.

Bachem ist in der Chemie, Biochemie und Pharmazie tätig. Foto: PD
Bachem ist in der Chemie, Biochemie und Pharmazie tätig. Foto: PD

Bachem hat den Gewinn im vergangenen Jahr um 16,1 Prozent auf 54,2 Millionen Franken gesteigert. Nicht nur der ­Reingewinn stieg markant, auch die ­Umsätze entwickelten sich respektabel. Mit 313,7 Millionen Franken ­wurde erstmals die Grenze von 300 Millionen Franken geknackt. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Plus von elf Prozent. Vom guten Ergebnis sollen auch die Aktionäre profitieren. Die ­Dividende wird um 25 Rappen auf drei Franken angehoben.

Früher als geplant hat Thomas Meier die Leitung des börsen­kotierten Unternehmens übernommen. Er ersetzt Thomas Früh, der zum Verwaltungsrat vorgeschlagen wird. Meier sprach bei der Präsentation der Zahlen für das letzte Jahr «von einer schönen Aufgabe und einem wunderbaren Team», die ihn erwarten würden. Das Haus sei «ordentlich und gut aufgestellt.

Angefangen als Laborant

Der 52-Jährige, der 1993 als Gruppenleiter Wirkstoffe bei Bachem angefangen hatte, versprühte eine Note ­amerikanischer Superlativen. Tatsächlich hatte er in Kalifornien für Bachem gearbeitet. Aber auch sein Werdegang könnte einer amerikanischen Wunder-Geschichte entnommen sein. Meier hatte eine Berufslehre als Chemielaborant absolviert, ehe er sich zum Chemiker weiterbilden liess.

Wie in seiner persönlichen Biografie soll es auch mit dem bald 50 Jahre alten Unternehmen, das von Peter Grogg mit einem Startkapital von 50'000 Franken gegründet worden war, weiter zügig nach oben gehen. Meier hat aufgrund der starken Marktstellung und der zunehmenden Nachfrage die Wachstumsziele erhöht und will in den nächsten vier bis fünf Jahren die Umsatzmarke von einer halben Milliarde Franken durchbrechen.

300 Millionen für Hauptsitz in Bubendorf

Aus diesem Grund baut Bachem seine Produktionskapazitäten kräftig aus. Vorwiegend am Hauptsitz in Bubendorf sollen 300 Millionen Franken investiert werden. Nicht nur mit Peptiden (Wirkstoffen für Medikamente) wollen die Oberbaselbieter als Marktführer künftig Geld verdienen, sondern auch mit Oligonukleotiden (Ligos). Diese sind eine Art benachbarte Moleküle zu den Peptiden, auf die sich Bachem spezialisiert hat. Zur Herstellung erforderlich sind jedoch andere Rohstoffe. Die Verarbeitung muss zudem auf anderen Anlagen erfolgen.

Trotzdem sprach Meier am Freitag jedoch von nicht geringen, zu erwartenden Synergien. Zum Beispiel gelangen die gleichen Lösungsmittel in der Produktion zum Einsatz. Interessant für Bachem ist zudem, dass teilweise bereits in Betrieb genommene Anlagen für Peptide ohne grosse Aufwendungen umgerüstet werden können. Bis 2021 strebt Bachem eine Ebitda-Marge von 30 Prozent an. Ziele, die nicht von allen Analysten einhellig abgenickt werden.

Bank Vontobel etwa zeigte sich skeptisch. Die Zürcher Kantonalbank dagegen geht davon aus, dass die Nachfrage nach Peptid-basierten Produkten weiterhin hoch bleiben werde. Die ZKB geht von einem zum Markt überproportionalen Wachstum aus. Der zweite Wachstumstreiber, die Ligos (Gentherapie), sollten Bachem zudem einen vorderen Platz unter der Konkurrenz bescheren.

Coronavirus ohne Einfluss

Zur Corona-Krise sagte Meier, dass Covid-19 keinen materiellen Einfluss auf das Geschäft habe. Betriebsintern hat das ­Virus aber sehr wohl Folgen. «Wir haben vor drei Wochen eine Taskforce eingesetzt und arbeiten in vier Teams, um den Betrieb im normalen Rahmen aufrechterhalten zu können», sagte er.

Bei den Lieferungen gebe es jedoch keine absehbaren Engpässe. «Wir haben Nachschub für drei Monate», sagte der neue CEO von Bachem.

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