Zum Hauptinhalt springen

- Galileo EU-Kommission peilt Galileo-Start für 2014 an Weitere Auftragsvergabe für Satellitennavigationssystem

EU-Industriekommissar Antonio Tajani hält am Start des Satellitennavigationssystems Galileo für 2014 fest.

Für den Aufbau des Systems wurde am Dienstag in Brüssel der vierte von sechs Aufträgen an ein deutsch-italienisches Konsortium vergeben. «Wir sind fest entschlossen, Galileo einzuführen», sagte der italienische Kommissar. Der Auftrag mit einem Volumen von 194 Millionen Euro umfasst industrielle Dienstleistungen. Diese seien zur Unterstützung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) beim Betrieb der Satelliten und der Infrastruktur am Boden erforderlich, schreibt die EU-Kommission. Galileo ist ein EU-Prestigeprojekt mit Startschwierigkeiten. Für die Umsetzung der EU-Pläne wurde 2004 ein Rahmenabkommen zwischen der EU und der ESA unterzeichnet. Seit Juli 2008 ist die EU für die Leitung der Navigationsprogramme EGNOS und Galileo zuständig. Im Dezember 2008 übertrug die EU der ESA dann die Befugnisse für die Errichtungsphase des globalen Navigationssystems Galileo. Konkurrenz aus China und Russland Das Satellitennavigationssystem hinkt dem Zeitplan allerdings um mehr als sechs Jahre hinterher. Damit ist der technologische Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern verspielt. Längst ist die Konkurrenz in China (»Compass») und Russland (»Glonass») am Start, und auch die Amerikaner planen für GPS eine verbesserte Version. In Europa gibt es dagegen bislang nur einen Testbetrieb. Die teilweise Inbetriebnahme des Systems ist nun für 2014 geplant. Zu diesem Zeitpunkt sollen drei Dienste angeboten werden. Dazu gehört der kostenlose offene Dienst, vergleichbar mit dem heutigen GPS-Signal. Dann der öffentlich regulierte Dienst, der staatlichen Nutzern vorbehalten ist. Als drittes der Such- und Rettungsdienst. Volle Funktionsfähigkeit hat Galileo dann erreicht, wenn 30 Satelliten in Betrieb sind. Die ersten beiden Satelliten sollen nun 2011 ins All geschickt werden. Das EU-System wird im Gegensatz zum vom US-Militär kontrollierten GPS unter ziviler Kontrolle stehen. Berichte über eine Explosion der Kosten wies Tajani laut der deutschen Nachrichtenagentur DPA am Dienstag zurück. «Derzeit haben wir 3,4 Milliarden Euro vorgesehen», sagte der Kommissar, fügte aber hinzu: «Natürlich kann es zu einer Aufstockung des Finanzbedarfs kommen.» Der Europäische Rechnungshof hat die Kosten auf mehr als 5 Milliarden Euro geschätzt. Verhandlungen mit Schweiz Seit September verhandelt die EU-Kommission mit der Schweiz über eine Beteiligung an Galileo. Bisher war die Schweiz als Mitglied der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) an den Projekten beteiligt. Die nächste Verhandlungsrunde soll im November in der Schweiz stattfinden. Ein Hauptpunkt der Diskussionen dreht sich darum, wie viel die Schweiz an Galileo zahlt. Von Schweizer Seite werden vor allem wirtschafts-, aussen- und sicherheitspolitische Interessen als Gründe für die Verhandlungen angeführt. Seitens der Industrie gibt es den Wunsch, bei den Ausschreibungen für Galileo umfassend teilnehmen zu können. Zudem peilt die Schweiz ein Einsitz- und Mitspracherecht in den massgeblichen EU-Gremien an.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch