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- Devisen Nervöse Anleger machen Franken trotz SNB-Eingreifen wieder teurer Euro unter 1,13 Franken - UBS und CS dementieren Dollarknappheit

Zürich/Frankfurt Aus Furcht vor einer weltweiten Rezession und einer Ausbreitung der europäischen Schuldenkrise sind am Freitag weitere Anleger in den Schweizer Franken geflüchtet.

Möglichkeit erneuter Schritte der Schweizer Nationalbank (SNB) gegen die Aufwertung der Währung schreckt sie nicht ab. Der Euro fiel am Freitagnachmittag zeitweise unter 1,13 Franken, der Dollar verlor etwa einen Rappen auf 0,7832 Franken. «Es ist nicht abzusehen, dass sich an der gedämpften Stimmung am Markt etwas ändert, so dass der Aufwertungsdruck auf den Franken bleiben dürfte», so die Analysten des deutschen Geldhauses Commerzbank. Dieser könnte sich laut den Experten noch verstärken, sollte die SNB nicht bald wirksame Massnahmen wie Devisenkäufe ergreifen. «Bisher scheint der Markt noch Angst vor der SNB zu haben. Diese könnte aber schnell verfliegen, sollte die SNB nicht bald glaubhaft handeln», schreibt die Commerzbank. Ein weiteres Gesprächsthema war die Diskussion um mögliche Refinanzierungsschwierigkeiten europäischer Banken. Auslöser dieser Diskussion war ein Zeitungsbericht, dem zufolge die US-Notenbank Fed «sehr besorgt» wegen etwaiger Probleme europäischer Institute ist. Die Grossbanken UBS und Credit Suisse dementieren am Freitag, dass sie Liquiditätshilfen in Dollar hätten annehmen müssen. Ein 200- Millionen-Dollar-Kreditspritze der US-Notenbank für die SNB vergangene Woche löste Gerüchte aus, die beiden Banken hätten das Geld nötig. US-Geldmarktfonds ziehen angesichts der Schuldenkrise offenbar Geld von europäischen Banken ab. Gerüchte um Bankenkrise Weiter hat ein 500 Millionen Dollar schwerer Kredit der Europäischen Zentralbank (EZB) an eine Bank Spekulationen ausgelöst, dass eine Bankenkrise kommen könnte. Mit den auf die US-Devise lautenden Darlehen springt die EZB als Kreditgeber eigentlich nur dann ein, wenn es am Interbankenmarkt hakt. Die massive Verschärfung der US-Hypothekenkrise zur globalen Finanzkrise im Herbst 2008 war geprägt von einer Krise des Interbankenmarktes. Indem sich Banken gegenseitig kein Geld mehr ausliehen, brachten sie das Weltfinanzsystem an den Rand des Kollapses. Notenbanken mussten dann aushelfen.

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