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Bevölkerung wächst schwächerWird Basel als Wohnstadt künftig weniger interessant?

Zur Jahresmitte hatte der Kanton Basel-Stadt rund 201’000 Bewohner. Die Bevölkerung nimmt zwar insgesamt immer noch zu. Im ersten Halbjahr gab es jedoch zwei Monate mit einer Abnahme.

Die Menschenmassen in der Innenstadt dürften künftig nicht nur wegen Corona seltener zu sehen sein.
Die Menschenmassen in der Innenstadt dürften künftig nicht nur wegen Corona seltener zu sehen sein.
Foto: Jérôme Depierre

«Das Boot ist voll», so argumentieren immer wieder solche, die der Menschenmassen überdrüssig sind. Vor allem dann, wenn von weiterem Wachstum bei der Bevölkerung die Rede ist. Jetzt könnte ihnen nicht nur Corona, sondern auch das verminderte Wachstum entgegenkommen. Im Juni hat der Kanton Basel-Stadt gar 187 Bewohnerinnen und Bewohner verloren. Ebenfalls eine Abnahme, wenn auch eine geringere, gab es im April.

Die Bevölkerungszahl betrug zur Jahresmitte 201’391 Personen. Gegenüber dem Stand von vor zwölf Monaten stieg sie immer noch um 0,6 Prozent, im ersten Halbjahr 2020 fiel das Wachstum jedoch mit 0,5 Prozent geringer aus.

Die Zahl der Ausländerinnen und Ausländer nahm im ersten Halbjahr nur in geringem Mass stärker zu als diejenige der Schweizerinnen und Schweizer (0,57 gegenüber 0,45 Prozent). Die Abnahme im Juni war aber bei den Ausländern bedeutend stärker als bei den Schweizern. Der Rückgang um 131 Personen beruht aber vor allem auf den 180 Bürgerrechtswechseln. Im ersten Halbjahr erhielten 834 ausländische Personen das Schweizer Bürgerrecht. Deshalb müssen 1252 durch Zuzug oder Geburt dazugekommen sein, um die Bevölkerungszahl von Ende Juni zu erreichen. Tatsächlich ergibt der Saldo aus Geburten und Todesfällen bei den Ausländern ein Plus von 243 in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Bei den Schweizerinnen und Schweizern ergab sich ein Verlust von 397 Personen, die Zahl der Todesfälle war also so viel höher als die Geburten.

Mehr Weg- als Zuzüge

Der Bevölkerungsrückgang im Juni kam laut dem Statistischen Amt vor allem durch einen negativen Wanderungssaldo von 225 Personen zustande, der sich aus 854 Zuzügen und 1079 Wegzügen zusammensetzt. Die Bilanz aus Geburten und Todesfällen ergab insgesamt einen Rückgang um 26 Personen.

In den zwölf Monaten von Juli 2019 bis Juni 2020 wuchs die Bevölkerung des Kantons um 1294 Personen oder 0,6 Prozent. Der positive Wanderungssaldo, also das Übergewicht der Zuzüge, belief sich aber nur auf 391 Personen, aber die Todesfälle übersteigen die Geburten um 172. Die Differenz zwischen den Teilergebnissen und dem Wachstum ergibt sich aus verzögerten Anmeldungen, wie das Amt bei anderer Gelegenheit mitteilte.

Bei einer Bevölkerung von 73’733 Personen mit ausländischem Bürgerrecht beträgt deren Anteil im ganzen Kanton 36,6 Prozent. Ende Juni 2019 lag er noch bei 36,4 Prozent. In der Stadt Basel allein ergab sich Ende 2019 ein Ausländeranteil von 37,8 Prozent, derjenige von Ende Juni ist nicht publiziert. Zum Vergleich: In der Stadt Zürich betrug der Ausländeranteil im April dieses Jahres 32,1 Prozent.

11 Kommentare
    Alain Surlemur

    Für wen ist Basel als Wohnort interessant?

    Überlegen wir mal: Franz Müller zieht fürs Studium nach Basel. Nach dem Studium findet er das bunte Treiben toll und zieht mit der Freundin ins Kleinbasel. Die erste Steuerrechnung verpasst dem Glücksgefühl den ersten Dämpfer. Sobald sich aber noch Kinderchen einstellen und deren Einschulung ansteht ist das Multikulti und das Niveau der BS-Schulen plötzlich gar nicht mehr so toll. Also ab ins BL oder AG.

    In Basel bleiben diejenigen zurück die keine Steuern zahlen sondern kräftig vom Sozialstaat profitieren...