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Herzchirurg zu verschobenen OPs«Wir sehen Komplikationen, die sonst selten vorkommen»

Michele Genoni, oberster Schweizer Chirurg, meldet Folgeschäden bei Patienten, die wegen Corona nicht operiert wurden. Er hofft, dass der Bundesrat mit schärferen Massnahmen die Spitäler entlastet.

«Die Patienten sind emotional aufgrund der Wartezeit und der Ungewissheit in einem sehr fragilen Zustand»: Herzoperation am Unispital Lausanne.
«Die Patienten sind emotional aufgrund der Wartezeit und der Ungewissheit in einem sehr fragilen Zustand»: Herzoperation am Unispital Lausanne.
Foto: Gaëtan Bally (Keystone) 

Herr Genoni, in der Schweiz sterben täglich 70 bis 100 Menschen an Corona, die Fallzahlen bewegen sich seit Monaten auf zu hohem Niveau, zudem droht mit der mutierten britischen Virusvariante eine zusätzliche Belastung der Spitäler. Was muss die Politik aus Sicht der Schweizer Chirurgen nun tun?

Die hohe Zahl von Toten bedrückt mich, und ich kann nur schwer damit umgehen. Wir können nicht so weiterfahren wie bisher. Ich hoffe, dass der Bundesrat auf die sehr kritische Lage reagiert und nicht vor kurzfristigen, härteren Einschränkungen und schärferen Massnahmen zurückschreckt. Das Zögern schadet uns allen, und die Bevölkerung versteht es nicht. Der Bundesrat muss die Führungsrolle übernehmen, ein nationales einheitliches Vorgehen in Absprache mit den Kantonen beschliessen. So erhoffe ich mir eine Entlastung des Gesundheitssystems.

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