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Kommentar zur Corona-StrategieWir haben die Wahl zwischen Israel oder Südkorea

Wenn wir jetzt nicht endlich entschlossene Massnahmen treffen, droht uns in zwei Wochen ein erneuter Lockdown.

Das Tragen von Masken ist in Korea normal. Der Erfolg gibt den Asiaten recht.
Das Tragen von Masken ist in Korea normal. Der Erfolg gibt den Asiaten recht.
Foto: Ahn Young-joon (AP/Keystone)

Die Schweiz hat die Corona-Krise nicht mehr im Griff. Selbstüberschätzung, Kantönligeist und ein zögerlicher Bundesrat haben die Schweiz um die Früchte des Lockdown gebracht. Dies obwohl wir Mitte Mai die besten Voraussetzungen hatten, die Krise hinter uns zu bringen. Wir hatten tiefe Fallzahlen, die erste funktionierende Tracing-App und eine Wirtschaft, die sich erstaunlich schnell erholte.

Doch seither hat die Politik geschlafen. Erst wurde planlos und ohne Vorsichtsmassnahmen alles geöffnet, dann monatelang über das Für und das Wider von Masken diskutiert, darüber gerätselt, ob der Bundesrat nun eine Führungsaufgabe habe und ob der Datenschutz bei der Swiss-Covid-App genüge. Jede Vorsicht ging verloren. Die Jungen gingen in die Clubs, die Älteren zum Jodeln, alle ungeschützt, ohne Maske, versteht sich. Nun haben wir 3000 Neuansteckungen täglich, und es droht ein zweiter Lockdown, wie ihn Israel verhängt hat. Die Israelis waren zuvor ähnlich sorglos unterwegs wie wir.

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