Wie viele Stunden muss der Chef bei Krankheit gutschreiben?

Die Antwort auf eine Leserfrage zum Arbeitsrecht.

Bei Krankheit bekommen bekommen Angestellte gleich viel Lohn, wie wenn Sie nicht krank gewesen wären. Foto: Martin Ruetschi (Keystone)

Bei Krankheit bekommen bekommen Angestellte gleich viel Lohn, wie wenn Sie nicht krank gewesen wären. Foto: Martin Ruetschi (Keystone)

(Bild: Keystone Laurent Gilliéron)

Andrea Fischer@tagesanzeiger

Ich arbeite 80 Prozent, immer von Montag bis Donnerstag. Wenn ich mal an einem Arbeitstag krank bin, schreibt mir die Arbeitgeberin aber nicht die 8,5 Stunden gut, die ich sonst arbeite, sondern nur 80 Prozent davon – wie wenn mein Pensum auf fünf Wochentage verteilt wäre. Ich bin der Ansicht, es müssten 8,5 Stunden sein.

Sie haben recht. Das Gesetz ist in dieser Frage klar und lässt den Arbeitgebern keinen Spielraum. Sie müssen ihren Mitarbeitenden bei unverschuldeter Arbeitsverhinderung «den darauf entfallenden Lohn» zahlen. Anders gesagt bekommen Sie bei Krankheit gleich viel Lohn, wie wenn Sie nicht krank gewesen wären.

Das setzt voraus, dass Ihnen die Arbeitgeberin auch die effektiv ausgefallenen Stunden gutschreibt – also die Zeit, die Sie hätten arbeiten müssen. Es kann nicht sein, dass Sie wegen Krankheit ins Minus kommen und nacharbeiten oder allfällige Überstunden in dieser Zeit kompensieren müssten. Das wäre nicht rechtens.


Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht. Senden Sie sie an geldundrecht@tamedia.ch

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