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Gut zu wissenWie viel Kaffee ist noch gesund?

Wieder einmal ist eine Studie erschienen, die vor häufigem Kaffeegenuss warnt.

Kaffee ist eine beliebte – und unbedenkliche – Starthilfe in den Tag.
Kaffee ist eine beliebte – und unbedenkliche – Starthilfe in den Tag.
Foto: Getty

Für viele Menschen ist es ein unverzichtbares Ritual: Am Morgen erst einmal eine Tasse Kaffee – und der Tag kann beginnen. Doch immer wieder gibt es Stimmen aus dem Volksmund oder sogar der Wissenschaft, die uns den geliebten Muntermacher ausreden wollen.

Wie erst kürzlich wieder britische Forscher: Sie konnten in Experimenten beobachten, dass schwarzer Kaffee, vor dem Frühstück genossen, den Blutzucker deutlich erhöhte. Bereits früher hatten kanadische Mediziner Ähnliches festgestellt: dass das im Kaffee enthaltene Koffein die Insulinresistenz fördere und damit die Entwicklung eines Diabetes begünstige.

Erhöht Koffein das Diabetes-Risiko?

Dazu muss man wissen: Wenn der Blutzucker nach einer Mahlzeit steigt, setzt der Körper das Hormon Insulin frei, das den überschüssigen Zucker wieder abbaut. Insulin hemmt aber auch die körpereigene Zuckerproduktion in der Leber; dies ist vor allem in nüchternen Phasen der Fall, wenn die Leber dafür sorgen muss, dass «Treibstoff» im Blut zirkuliert, auch wenn wir gerade nichts essen.

Bei einer Insulinresistenz spielt dieser regulierende Mechanismus jedoch nicht mehr richtig – was mit der Zeit zu erhöhten Nüchtern-Blutzuckerwerten und zu Diabetes führen kann.

Putscht uns Kaffee also nicht nur auf und lässt uns schlecht schlafen, ist er auch ein heimlicher Treiber der Zuckerkrankheit? Ernährungsmediziner David Fäh von der Berner Fachhochschule gibt Entwarnung. Kaffee enthalte viele wertvolle Inhaltsstoffe wie etwa Antioxidantien, Kalium oder Magnesium, die die Funktion der Leber positiv beeinflussten.

Dieses Organ spiele auch eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Diabetes. Die in der neuen Studie nachgewiesene Blutzuckererhöhung zeige exemplarisch auf, dass Kaffee auch körpereigene Zuckerspeicher, sogenanntes Glykogen, aktivieren könne – womit Organe wie die Leber entlastet würden.

Abgesehen davon, so Fäh, hätten verschiedene Untersuchungen gezeigt, dass regelmässiger Kaffeegenuss auch mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und manchen Krebsarten verbunden sei.

Mehr positive Effekte als negative

Der Experte findet es problematisch, wenn eine Studie einen akuten Effekt herausnehme – der hier vor allem am Koffein liege – und daraus dann allgemeine Gesundheitsrisiken ableite. Wenn man alles anschaue, spreche viel mehr für Kaffee als dagegen. Der Rat des Ernährungsmediziners: «Man kann auch weiterhin bedenkenlos Kaffee trinken – sicher bis zu fünf Tassen am Tag, wahrscheinlich auch deutlich mehr.»

Hilfreiche Infos für Diabetesbetroffene: diabetes-selbsthilfe.com

16 Kommentare
    P. Milraux

    Nein, Kaffee ist ganz sicher nicht gesund. Aber er ermuntert.

    Seit ich keinen Kaffee mehr trinke ab 8 Uhr, gar keinen, auch nicht Koffeinfreien, kann ich gut einschlafen und schlafe durch ca. 5 Stunden. Vorher war dies Utopie !