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Zum BuchWie «Lockdown» entstanden ist

Der Recherchedesk der Tamedia hat ein Buch über die Corona-Krise verfasst. Wie kam es dazu? Und worum geht es? Ein Blick hinter die Kulissen.

«Minutiös recherchierte Chronik»: Am Buch «Lockdown» haben 14 Journalistinnen und Journalisten von Tamedia gearbeitet.
«Minutiös recherchierte Chronik»: Am Buch «Lockdown» haben 14 Journalistinnen und Journalisten von Tamedia gearbeitet.
Foto: Wörterseh-Verlag

«Wir starten sofort mit der Ausarbeitung des Konzepts für unser Projekt C.» So wird am 17. März 2020 kurz nach 17 Uhr auf der Kommunikationsplattform Slack jenes Vorhaben geboren, das nun als «Lockdown Wie Corona die Schweiz zum Stillstand brachte» in den Buchhandlungen liegt. Mit 334 Seiten.

Zu jener Zeit, Mitte März, hatte der Bundesrat gerade die ausserordentliche Lage verkündet. Die Schweiz stand still, Schulen, Universitäten und die meisten Läden waren geschlossen. Die meisten Menschen, die noch arbeiteten, taten das vom Homeoffice aus. Auch die meisten Journalistinnen und Journalisten.

Obwohl das gerade die journalistische Arbeit besonders herausfordernd machte, war Thomas Knellwolf, Co-Chef des Recherchedesks von Tamedia, der Überzeugung, dass wir diese prägende und herausfordernde Zeit nicht nur in der Tagesberichterstattung festhalten müssten.

Exponierte Personen werden durch die Krise begleitet

So entstand die Idee einer Chronologie im Buchform, an der sich das erweiterte Team des Recherchedesks mit insgesamt 14 Reporterinnen und Reporter beteiligte. Klar war uns aber auch sehr schnell, dass dieses Buch nicht nur eine trockene Schilderung der Zeitabläufe sein konnte, sondern dass wir exponierte Menschen durch die Krise begleiten wollten. Und es gelang uns, mehr als ein Dutzend Personen aus allen Landesteilen für dieses Projekt zu gewinnen, die entweder stark in die Krisenbewältigung eingebunden oder aber persönlich vom Virus betroffen waren. Die Schwerpunkte legten wir auf die Bereiche Politik, Wissenschaft und Medizin.

Gesundheitsminister Alain Berset nahm sich trotz seiner Rolle an vorderster Front die Zeit für ausgiebige Hintergrund-Gespräche, wir konnten den Epidemiologen Marcel Salathé bei der Entwicklung der Contact-Tracing-App begleiten, eine Spitalapothekerin, die verzweifelt nach Schutzausrüstung suchte, drei Geschwister, die innert weniger Tage beide Eltern an Covid-19 verloren, eine Pflegefachfrau, die in einem Altersheim Verstorbene einsargen musste, eine Notfallärztin, die für uns Tagebuch führte, und viele andere. Dazu erhielten wir im Laufe der Recherche die vertraulichen Protokolle von über 50 Krisensitzungen dreier Taskforces in Bundesbern.

Stimmen zum Buch

Unsere Chronik arbeitet die Geschehnisse in der Schweiz bis Mitte August kritisch auf – auch für die Nachwelt. «Als hätte jemand ein Tagebuch für alle geschrieben. Und dabei die Protokolle der Behörden zur Hand gehabt», sagt Sarah Berndt vom «Beobachter» zum Buch. «Eine einzigartige Mischung aus Annalen und Politthriller vielschichtige Antworten auf zentrale Fragen der Krise inklusive.»

Für Fiona Endres, Journalistin bei der «Rundschau» von SRF, ist unser Buch eine «minutiös recherchierte Chronik mit berührend tiefen Einblicken, packend erzählt». Und weiter: «Ein wichtiger erster Schritt für die Aufarbeitung einer Krise, wie sie die Schweiz wohl noch nie erlebt hat.»

Und Thomas Kirchner von der «Süddeutschen Zeitung» sagt: «Die Schweiz und das Virus, das ist die Geschichte einer Unterschätzung und eines zähen Kampfs mit offenem Ende. Hier wird sie authentisch und umfassend recherchiert nacherzählt. Spannende Pflichtlektüre, nicht nur für HistorikerInnen.»

Die 14 Journalistinnen und Journalisten, von denen die meisten beim Recherchedesk der Tamedia arbeiten, sind: Bernhard Odehnal, Thomas Knellwolf, Simone Rau, Titus Plattner, Fabian Muhieddine, Susanne Anderegg, Sylvain Besson, Catherine Boss, Dominique Botti, Christian Brönnnimann, Yann Cherix, Roland Gamp, Kurt Pelda, Oliver Zihlmann.

«Lockdown Wie Corona die Schweiz zum Stillstand brachte» | 334 Seiten | Erschienen im «Wörterseh»-Verlag