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Repost, retweet, reblogWie Künstler Insta & Co. austricksen

Machen die sozialen Medien die Kunst demokratischer, wie gern gesagt wird? Nicht unbedingt, konstatiert die Kuratorin Anika Meier im Buch «Link in Bio».

Guerillataktik zwischen real und digital: Chris Drange lässt Instagram-Fotos des Models Emily Ratajkowski in Öl malen und fotografiert die monumentalen Gemälde dann wieder ab.
Guerillataktik zwischen real und digital: Chris Drange lässt Instagram-Fotos des Models Emily Ratajkowski in Öl malen und fotografiert die monumentalen Gemälde dann wieder ab.
Foto: Christoph David Drange

Snapchat und Instagram haben uns beigebracht, wie man das eigene Gesicht streamlinen kann: Wangenknochen müssen kantig, Augen gross, Lippen voll sein. Ist ja auch kein Problem mit Apps wie Facetune. Und sind mal viele Follower da, kommt auch Geld daher, um das real existierende Face nachzurüsten.

Technologie rückt dem Menschenkörper auf die Pelle, verwandelt ihn, baut ihn um, alles mit dem evolutionären Ziel, digitale Likes und Interaktionen zu optimieren. «Instagramability» seines Produkts kann heute niemand ignorieren, kein Koch, kein Modezar, kein Kurator und erst recht kein Künstler. Was man postet, das muss performen, attraktiv sein, oder zumindest heftige Emotionen hervorrufen. Instagram hat die Kunstwelt aufgemischt. Hier kann sich jede Künstlerin, jeder Künstler den Zugang zum Publikum erschliessen, an Institutionen vorbeidribbeln. «Instagram hat Kunst demokratisiert», stellt etwa der Schweizer Kurator Hans Ulrich Obrist in einem «Spiegel»-Interview fest.

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