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-minus SommersprossenWie gut kennen Sie die versteckten Nischen von Basel?

Stadtoriginal -minu zeigt uns 35 seiner Lieblingsplätze und -geschichten. Wer jede Sprosse errät und am Ende den Lösungsspruch weiss, dem winken ganz spezielle Basler Preise.

LIVE TICKER BEENDET

Nummer 14

Viele bleiben in diesen Sommerferien in der Schweiz. Sie haben auf Sandstrände verzichtet – auf Party-Meilen und Gelato-Stände.

Corona hat uns stoppen lassen. Wir denken um, überlegen – und merken: Der südliche Charme weht auch in Basel. Gelati der Sonderklasse gibts hier überall (denken wir nur an Gasparinis Zolli-Glace), Pizzaioli finden wir an jeder Strassenecke – und selbst die Palmen warten da und dort in den Basler Strassen auf uns.

ALSO FAST SCHON CANNES. ODER CATOLICA.

Bei der heutigen Sprosse geht es um eine Palme. Sie steht in einem Quartier unserer Stadt, ein paar Hüpfer vom Schützenmattpark entfernt, nahe beim Wielandposten. Man findet die südlichen Bäume in diesem Strässchen, wo ein Laternenmaler in seinem Grafik-Atelier überlegt: «Fasnacht 2021? WIRD ES SIE GEBEN? UND WENN JA – AUF WELCHE CORONART UND WEISE?»

Nicht weit von der Sprosse gibt es auch eine spanische Weinhandlung, und die Blauenstrasse läuft parallel zu unserer Strasse. Der Wielandplatz sowie ein berühmtes Altersheim sind auch in der Nähe der Dienstags-Palmen. Das Strässchen ist typisch für das Quartier – kleine Häuser mit prächtigen Hinterhöfen. Und mit Vorgärtchen, in denen zumeist Velos, hier aber eben zwei prächtige Palmen stehen.

Der Name des Strässchens stammt übrigens vom Oberelsässischen Städtchen Sanna, so sagen sie dem Ort im Haut-Rhin.

WIE ALSO HEISST DER GESUCHTE PALMEN-ORT?

WIR BRAUCHEN DEN ZEHNTEN BUCHSTABEN DER STRASSE.

UND DAS IST EIN: …

Damit hätten wir nun das dritte Sprossenwort zusammengepuzzelt.

Nummer 13

Früher haben wir das Mädchengymnasium «den Affenkasten» genannt. Das war zwar hundsgemein, aber eigentlich nicht frauenfeindlich gemeint.

WARUM DAS GYMNASIUM AM KOHLENBERG RESPEKTIVE DAS GYMNASIUM LEONHARD ALLERDINGS SO GENANNT WURDE, HABE ICH NIE HERAUSGEFUNDEN.

Vielleicht kennt ein Sprössler des Rätsels Lösung.

Die dritte Ferienwoche beginnt also. Wir suchen die letzten beiden Buchstaben des dritten Sprossenworts. Und der zweitletzte führt uns also zu dieser ellenlangen Treppe, die zum alten Schulgebäude hinaufführt. Und wo wir mit Neid zuschauen, wie die Jungmannschaft hochjagt – und wir daneben keuchen und ächzen wie das Dreiertram, das den Kohlenberg auch kaum schafft.

AUF DEM TREPPENGIPFEL ERWARTET UNS EINE PLASTIK. Sie stammt von Carl Burckhardt. Und sie zeigt den erstochenen Drachen.

Manch ein junger Gymnasiast oder eine der Gymnasiastinnen träumt davon, dass der erlegte Drache ihr Mathematik-Lehrer sei. Und das zumindest hat sich in den fast 80 Jahren, seit dem Erdwurm hier vis-à-vis des Pauker-Tempels der Garaus gemacht wird und Burckhardt das Kunstwerk geschaffen hat, nicht verändert.

Carl Burckhardt war der Wegbereiter der modernen Schweizer Plastik. Er wurde nur 45 Jahre alt – die heutige Sprosse hat er Anfang der 1920-er Jahre, kurz vor seinem Tod geschaffen. UND ÜBRIGENS: AUCH AN DER SCHIFFLÄNDE STOSSEN WIR AUF EINE SEINER SKULPTUREN.

Nun zu unserer Montagsfrage: Sowohl beim ritterlichen Drachentöter als auch bei der Reiterin an der Schifflände finden wir zwei Pferde. Und zweimal den heute gesuchten Buchstaben. Beim Ritter ist es der zweite Buchstabe des Vornamens – bei der Schifflände der Schlussbuchstabe der Burckhardt-Plastik.

Und das ist ein: …

Nummer 12

Heute suchen wir nach dem ältesten Sodbrunnen unserer Stadt. Das heisst: Suchen muss ihn keiner – aber be-suchen. Denn der Brunnen ist einmalig in seiner Geschichte. Und lohnt den Spaziergang.

Wir gehen also in die Steinentorstrasse. Denn hier plätschert unser dreiteiliges Prachtsstück. Gebaut wurde der Brunnen anno 1758. Und wir stehen heute noch immer vor dem Original – also vor jenem Brunnen, aus dem die Leute damals Wasser aus dem Sodloch schöpften.

Damit der Sod von Wasser, Dreck und Unwetter einigermassen geschützt war, hat man ihn elegant überdacht: Die Kuppel wird von vier Säulen getragen. Diese Kuppel brachte überdies den Vorteil, dass die Kübelaufzugsvorrichtungen solide daran befestigt werden konnten.

1845 wurde der Brunnen dem Münster-Brunnwerk angeschlossen – 1901 wiederum hat man den Sod aus hygienischen Gründen dicht gemacht.

Immer sind um den Sodbrunnen vier Bäume gestanden, die dem Wasserspender den Namen gegeben haben. Auch jetzt stehen diese Bäume noch da. Sie mussten allerdings anno 1900 neu gepflanzt werden.

Um welche Baumart handelt es sich? Oder eben: Wie heisst der Brunnen? Wir suchen den dritten Buchstaben des Baums.

Und das ist ein: …

Nummer 11

Beim Holz ist immer der Wurm drin. Das könnte jetzt ein sehr subjektiv empfundener Satz sein. Ist es aber nicht. Vielmehr geht es um den Holzwurm.

Holzwürmer können einem ganz zünftig an die Nieren gehen. Etwa in einem alten Chalet, wenn sie nachts an die Wände klopfen. Oder wenn bei der antiken Barockkommode, die uns Tante Julie hinterlassen hat, plötzlich feines Holzmehl zu Füssen des Möbelstücks liegt. Zu den Holz zerstörenden Schädlingen gehören die Bockkäferarten, Bohrkäfer oder Termiten. Also darauf hat niemand Bock. Und nicht umsonst sagt man: «Da steckt der Wurm drin!»

Eben diesen Wurm suchen wir heute. Und hoffen fest, dass er nicht in der Frage steckt. Den Basler Holzwurm finden wir nämlich als Aushängeschild. Eigentlich ist so etwas sehr speziell. Und selten. Das Schild hängt über einem Antiquitätengeschäft für alte Möbel. Und dieses Geschäft wiederum findet man an einem der berühmten Basler Berge bei der Nummer 7.

So viel sei verraten: An diesem Berg lebte kaum drei Steine weiter in früherer Zeit ein Alligator neben dem Eingang eines über die Grenzen hinaus bekannten Musiklokals. Das Tier in seinem kleinen Bassin war weit müder als die Holzwürmer, um die es hier geht.

Wie also heisst die Strasse, in welcher der Holzwurm auf dem Schild über dem Antik-Laden nagt? Wir suchen nach dem sechsten Buchstaben.

Und das ist ein: …

Nummer 10

Er ist der König der Comedian-Szene. Und er hat Stand-up-Comedians aus Deutschland in die Schweiz gebracht.

Aufgewachsen ist unsere heutige Sprosse im St.-Johann-Quartier. Hat hier die Schulen besucht. Und auch ein Gastspiel «auf Burg» gegeben. Als er Michael Mittermeier im deutschen Fernsehen sah, wusste er: «Das will ich auch … Diese Art von Show ist fantastisch!»

Er klopfte bei Häbse an. Und hatte dort im Häbse-Theater die ersten grossen Comedian-Abende mit Gästen. Später tingelte er mit einem Soloprogramm durch die Schweiz. Machte aus dem «Balz» im Steinenbachgässlein eine deutschsprachige Hochburg der Stand-up-Comedians – und ist heute die Schweizer Marke im Ausland für diese Art von Show. Sein Herz schlägt noch immer für Basel – immerhin haben Vorfahren von ihm den Trommelmarsch «d Mätzli» geschrieben.

Wer also ist der Youngster mit dem Kronen-Tattoo an der Wade und diesem pistolenschussschnellen Witz auf der Bühne?

Wir suchen seinen Vornamen. Und davon den zweiten Buchstaben.

Das ist ein: …

Nummer 9
Foto: Nicole Pont

Wer beim Einkaufen oder «Kinder-in-die-Kita-Bringen» den Blick offen hält und nicht einfach mit dem Handy vor den Augen durchs Quartier schlendert, der findet auch abseits der Altstadt immer wieder wunderbare Sprossenmomente. Einen solchen Sprossen-Mittwochs-Moment wollen wir hier zeigen.

Basel hat viele prächtige Türen – an einige werden wir in diesem Sprossensommer noch anklopfen. Die Tür hier ist wunderschön blau. Hat Jugendstil-Momente. Und gehört zu einer Häuserkette, die speziell ist. Und einen Blick lohnt.

Das Ganze finden wir im Gotthelfquartier – an einer dieser Strassen, die zum Merian-Iselin-Spital führen. Genauer: Sie startet ein paar Meter vom Oekolampad-Pärkli entfernt. Und noch genauer: beim Allschwilerplatz. Wie heisst die Strasse, in der wir die Sprossentür finden?

Wir suchen DEN VIERTEN BUCHSTABEN.

UND DAS IST EIN: …

Nummer 8

Wieder einmal ein Spaziergang in den Zolli. Lange genug haben die Tiere hier auf uns warten müssen. Und wir auf unsere schönste Basler Tier-Insel.

Wer nun durch das Nachtigallenwäldeli zum Zolli schlendert und diesen idyllischen Spaziergang geniesst, der steht plötzlich drei Hüpfer vor Simon Lutz’ «Acqua» und fünf Hüpfer vor dem Schwimmbad Rialto unter einem Brückenbogen.

Unter dem einen Brückenbogen des Birsigviadukts befindet sich die Skulptur «Endlose Linie».

Bei Sommerwetter geniessen viele Sonnenanbeter hier auf den Steinbänken die Mittagspause zum Sünnele. Und freuen sich an den Enten, die da den Birsig entlang watscheln. Einige erfreuen sich auch an der Plastik, die den einen Brückenbogen des Birsigviadukts zu einem ganz speziellen Kunst-Moment macht. Und hier eine stimmungsvolle Ausstrahlung schafft: eine endlose Linie. «Endlose Linie» – so heisst auch das Werk des 1955 geborenen Zürcher Künstlers. Er ist für seine Kunst mehrfach ausgezeichnet worden – die «endlose Linie» ist ein Geschenk eines anonymen Stifters an die Stadt.

Wir suchen also nach dem Vornamen des Künstlers. Und hier dann nach dem ersten Buchstaben.

Das ist ein: …

Nummer 7

Wir sind im Kleinbasel. Und zwar am Ende einer der fünf Hauptbrücken, welche die beiden Basel miteinander verbinden – eine Brücke, über die auch Tramwagen rattern.

Beim grossen Platz finden wir die heutige Sprosse: eine gotische Kirche. Erstmals ist sie 1084 erwähnt worden. Während des grossen Erdbebens 1356 wurde das Gotteshaus arg beschädigt – die beiden Türme stürzten ein. Den Nordturm hat man später wieder aufgebaut.

Diese Totentafeln befinden sich an einer Kirche in unmittelbarer Nähe des «Merian-Gottesackers». Foto: Dominik Plüss

An der steinernen Aussenwand der Kirche sind Totentafeln angebracht. Kaum einen Steinwurf weiter, beim Schulhaus, das denselben Namen wie die Kirche trägt, war der «Armenfriedhof» der Stadt. Die Leute hier nannten ihn nach dem Erbauer den «Merian-Gottesacker». Auf diesem Gelände hat man 1984 bei der Reparatur einer Wasserleitung noch 20 Gräber gefunden – und das Skelett von Theodor, dem Pfeifenraucher.

Theodor – so haben es 2004 die beiden Studenten Simon Kramis und Fabian Link mit den neusten, wissenschaftlichen Möglichkeiten eruiert –, Theodor muss zu seiner Zeit ein Handwerker gewesen sein, kerngesund, aber dennoch jung gestorben. Er war ein starker Raucher. Im übrigen hatte er zwischen den linken Zähnen ein grosses Loch. Und dieses weist darauf hin, dass Theodor gerne eine Tonpfeife im Mund hielt. Die abgewetzten Zähne und gefundene Splitter wiesen darauf hin – deshalb der Name: Theo, der Pfeifenraucher.

Nun aber zur Sprossenfrage: Welches ist die Kirche, um die sich dies alles abgespielt hat? Sie ist einem Heiligen gewidmet. Und dieser Heilige taucht sowohl im römisch-katholischen wie auch im orthodoxen Glauben auf.

WIE ALSO HEISST DAS GOTTESHAUS? Wir suchen nach dem 8. Buchstaben.

Und das ist ein: …

Damit starten wir nicht nur die zweite Ferienwoche – sondern auch das dritte Sprossenwort. Dieses wird acht Buchstaben haben.

Nummer 6

Mit der Samstags-Sprosse endet bereits das zweite Sprossenwort – und die erste Ferienwoche.

Der Sprossenspaziergang führt uns in die St.-Johanns-Vorstadt. Lohnt sich ja immer. Hier findet man noch die alten Basler Rhein-Häuser, kleine , urgemütliche Lädeli, wunderbare Beizen und eben auch unsere Hausnummer 34.

Das Haus in der St.-Johanns-Vorstadt mit der Holztür links ist nach einer Pflanze benannt.
Das Haus in der St.-Johanns-Vorstadt mit der Holztür links ist nach einer Pflanze benannt.
Foto: Florian Bärtschiger

Die Holztür ist speziell – das Gitter-Auge lohnt den Blick. Und was die wenigsten vermuten: Im 15. Jahrhundert schon war das Haus eine Begegnungsstätte wie heute. Damals trafen sich hier die Fischer – heute sind es Künstler, die mit Tanz-, Literatur-, Musik- oder Theaterveranstaltungen ihr Publikum begeistern.

Bereits 1325 wurde das Haus erstmals erwähnt – es gehörte damals Heinrich Zeiss. Und natürlich hat das Haus – wie alle schönen, alten Basler Häuser – einen Namen. Und zwar ist es nach einer Pflanze benannt, die hier gestanden haben muss: ein Birkengewächs, das den lateinischen Namen Corylus avellana trägt.

Nun zu unserer Frage: UM WELCHE PFLANZE HANDELT ES SICH? MAN FINDET SIE IM HAUSNAMEN ÜBER DER HOLZTÜR. Und wir suchen hier den siebten Buchstaben des Häusernamens.

Und das ist ein: …

DAMIT KÖNNEN WIR MIT ZWEI SPROSSENWÖRTERN INS WOCHENENDE STARTEN.

PS: Und natürlich sind wir gestern schon zum ersten Mal über die erste Sprosse gestolpert. Um 2.29 Uhr morgens schickte Ruedi Brühlmann uns eine Nachricht: Die Eisengiesserei Friedrich in Frankfurt hat das Claraplatz- Wetterhäuschen hergestellt – gestiftet aber hat es der JOSEPH. Das wäre also der Vorname des gesuchten Spenders in der Sprosse -5-.

Und Ihnen spenden wir jetzt ein wunderbares Wochenende!

Nummer 5

Wenn der Märtplatz das grosse Herz unserer Stadt ist (und hier auch der Pulsschlag unserer Regierung das Leben im Griff hält), so ist der Claraplatz im Kleinbasel das «kleine Herz» für die Bebbi. Es hüpft stets ein paar Takte fröhlicher, freier, lustiger als «ääne an dr Brugg».

Mitten im hektischen Treiben steht hier – schön restauriert – ein uraltes Wetterhäuschen. Es wurde 1892 aufgestellt: wunderbarer Jugendstil. Und wer genau wissen will, wie kalt der Wind an der Nase beisst oder wie das Wetter morgen werden soll, der steht hier richtig. Das «Wätterhüüsli» sagt auch heute noch ganz genau, wann die Sonne über Basel scheinen wird.

Eigentlich – so erzählt es uns Stadtjäger Dominik Heitz in einer seiner Basel-Geschichten – hätte hier ein Brunnen stehen sollen. Die Kleinbasler wollten nämlich 1892 an die Zeit vor 500 Jahren erinnern, als Gross- und Kleinbasler zu einem Herzen zusammen gewachsen waren.

MAN PLANTE ALSO DEN GEDENKBRUNNEN. ABER ES KAM ZU WENIG GELD ZUSAMMEN. UND DIE KLEINBASLER ZEIGTEN SICH ÜBER DIESE KNICKERIGKEIT ZIEMLICH GEKNICKT.

Und eben da ist einer von ihnen eingesprungen – ein reicher Färber, der in kleinen Verhältnissen aufgewachsen war, bei Clavel als Seidenbandfärber gearbeitet hatte und schliesslich selber seine Bude eröffnete (eine Bude, die zu einem Grossunternehmen wurde). Friedrich – so hiess der Mann, der im Äbtischen Hof vis-à-vis der Clara-Kirche residierte. Er spendierte den Kleinbaslern dieses wunderschöne Wetterhaus – EINE SOMMERSPROSSE, DIE AUCH 128 JAHRE SPÄTER NOCH VIELEN CLARAPLATZ-BESUCHERN FREUDE MACHT.

Unsere Frage – wie hiess der Gönner? Friederich war sein Vorname. Vom Nachnamen suchen wir hier den ersten Buchstaben.

UND DAS IST EIN: …

Nummer 4
Foto: Florian Bärtschiger

Man kann heute sagen: Die Sprossen sind auf den Hund gekommen. Nachdem wir gestern den kleinen Bronze-Hund «ääne am Rhy» gesucht haben, gehts heute über die Mittlere Brücke und direkt ins Herz unserer Stadt. Wir stehen also auf dem Marktplatz. Und wie wir uns erinnern können, war 2017 der Hundepark, den die damalige Grossrätin und heutige Regierungsrätin Tanja Soland hier propagieren wollte, ein von den Schnitzelbängglern gern besungenes Sujet.

Immerhin, so abwegig war die Idee gar nicht – rund ums Münster wie auch im Rathaus findet der Beobachter überall Hunde, die von Künstlerhand geschaffen worden sind.

UNSERE HEUTIGE SOMMERSPROSSE SIND SOLCHE VIERBEINER. WUCHTIG. FAST SCHON ANGSTEINFLÖSSEND – ES SIND ZWEI DOGGEN, DIE ALLERDINGS GANZ FRIEDLICH IN DEN SOMMER HINAUS BLINZELN. Gut. Einer der Hunde nimmt den Sprossen-Spaziergänger scharf ins Visier. Aber wenn man dem Riesenbiest freundlich zulächelt und flüstert: «Joo, joo – isch e ganz e Liebe!», dann zeigt er Zähne. Und lächelt ebenfalls.

Die beiden Doggen findet man als Teil eines tierischen Freskos im Innern des Rathauses. Und zwar auf der linken Seite. Und wer ganz genau hinschaut, entdeckt auch noch einen Papagei. Und einen Affen.

Geschaffen wurde das Wandbild genau vor 120 Jahren – und zwar von einem Basler Kunstmaler namens Balmer. Wir suchen dessen Vornamen. Nun ja – er hat drei davon. Aber Paul und Friedrich können wir vergessen. Wir suchen den dritten. Und davon den zweiten Buchstaben.

DAS IST EIN: …

Damit können wir das zweite Sprossenwort starten. Es wird drei Buchstaben haben.

Nummer 3
Foto: Florian Bärtschiger

Unser Mittwochsausflug führt uns ins Kleinbasel. Und zwar zu einem Schulhaus. Die Schule ist nach einem Schweizer Humanisten benannt. Er wurde 1499 im Wallis geboren, genauer: in Grächen. Der Bub verbrachte seine Kindheit als Ziegen-und Kuhhirte. Danach bestritt er sein Leben als fahrender Schüler und Diener eines älteren Bachanten mit Singen und Betteln. Er wanderte durch den Osten Europas, besuchte schliesslich die Lateinschule in Schlettstadt und kam nach Zürich, wo er als Lehrer nicht nur Griechisch und Hebräisch unterrichtete, sondern auch noch nebenbei das Seilerhandwerk lernte. Die Predigten von Zwingli beeindruckten ihn tief – 1531 zog er schliesslich mit seiner Ehefrau nach Basel und übernahm vier Jahre später mit Gesinnungsgenossen die Offizin von Andreas Cratander.

Später wirkte er als Griechischlehrer «auf Burg» und betrieb auch eine Pension für 40 Schüler. Er starb wohlhabend 1582 in unserer Stadt – sein Grabmal findet man im Kreuzgang des Münsters. SOWEIT ALSO DIE GESCHICHTE ZUM NAMENSGEBER DES SCHULHAUSES.

Wir aber suchen nun in dieser Schule nach einem Hund. Seit sieben Jahren sitzt er im Schulhaushof. Geschaffen hat ihn der kroatische Bildhauer Iliev Julijan Bor. Katharina Schürch, die in ihrem Buch «Basel Safari» wunderbare Spaziergänge zu den Tieren unserer Stadt unternimmt (ein Must für Basel-Flanierer), weiss, dass der Kroate bei der Fassadenrenovation des Schulhauses mitgeholfen hat. Und zum Gaudi der Schüler seinen Hund stets mitführte.

Die Schüler liebten den Vierbeiner. Und wünschten ihn sich als Skulptur auf die Spitze des Kletterbergs. Also entwarf Bor ein Modell – zuerst aus Gips, aber die Gipsmasse wurde immer wieder beschädigt, deshalb liess man den Hund in Bronze giessen. Und so äugt Mali (so heisst er) noch immer zu den Schülern, die ihn besuchen. Oder eben zu uns, die wir den Sprossengang zum Schulhaus unternommen haben.

NUN ZUR FRAGE: Wie heisst das Schulhaus? Wir suchen nach dem Vornamen des Namengebers. UND HIER DEN LETZTEN, ALSO DEN SECHSTEN BUCHSTABEN.

Das ist ein: …

Damit hätten wir das erste Sprossenwort zusammen. Das zweite hat ebenfalls drei Buchstaben. Und führt uns morgen ins Herzen der Stadt.

Nummer 2

Wir begegnen ihm immer mal wieder. Na gut. Nicht ihm persönlich – er lebt nämlich in den Staaten. Genauer in Ogunquit. Im Staate Maine.

Geboren wurde der Mann am 2. März in Boston. In den 1960er-Jahren versuchte er, die bunte Welt der Pop-Kunst mit dem Minimalismus zu verbinden. In den 1970ern und Anfang der 1980er-Jahre schuf er zum Teil überdimensionale Plastiken wie etwa den Ballerina-Clown.

Der US-amerikanische Künstler hat unsere Stadt mit einigen Kunstwerken geprägt. Eines findet man am Aeschenplatz – es zeigt eine Figur, die vor einer Grossbank unentwegt dreinhämmert.

Und wenn wir zum Museum der Gegenwartskunst flanieren – sowohl das Museum, das noch von seiner Gründerin Maja Sacher eingeweiht wurde, als auch die zauberhafte Umgebung im «Dalbeloch» lohnen immer einen Spaziergang – , fliegt uns dort dieser Mann, der zu Beginn der 1980er-Jahre von besagtem Künstler hinter den Scheiben des Hauptgebäudes installiert wurde, in seinem surrealen Traum entgegen. Irgendwie ist das Schweben in einer gefangenen Glaswelt ein Zeichen von heute.

Unsere Frage nun: Wie heisst der Künstler, der diesen «Flying Man» erschaffen hat? Wir suchen den Vornamen. Und davon den vierten Buchstaben.

UND DAS IST EIN …

Nummer 1

Nein. Es ist nicht der Sprossensommer von einst. Das Virus hat unser Leben umgekrempelt. Der Alltag ist etwas ruhiger. Und auch das Beizenleben ist nicht mehr wie früher.

Wir tragen jetzt alle das ganze Jahr eine Maske vor dem Gesicht – etwas, das die Fasnächtler sich ja nur für ihre «drey scheenschte Dääg» vorbehalten. Aber auch jene Fasnacht 2020, als die Welt sich veränderte – alles anders! Alles skurril. Schwarz. Traurig.

Dennoch: Basel ist und bleibt ein Sammelsurium von kleinen Geschichten, Kostbarkeiten, schillernden Mimpfeli – und zu denen wollen wir Sie also in den nächsten Ferienwochen hinführen. Denn wenn der Sandstrand und der Städteflug für diesen Feriensommer auch gestrichen worden sind: Ein Basler Sommer bleibt ein Basler Sommer – unvergleichlich. Deshalb wollen wir ihn jetzt auch voll und ganz geniessen.

Bild: Dominik Plüss

Unser erstes Sprossenwort (es hat drei Buchstaben) führt uns zu einem Friedhof. Man denkt immer: Friedhöfe sind aschgrau und traurig. Stimmt nicht. Es sind wunderbare Oasen – vollgespickt mit Geschichten. Und umgeben von herrlicher Natur, manchmal auch von wilden Tieren. Die Sprosse von heute hat den Namen nach einem dieser Tiere, die hier noch bis ins 17. Jahrhundert herumstreiften.

Der Friedhof liegt im Südosten der Stadt – er ist eine kleine Insel inmitten von Industrie und Gewerbe. Margaretha Merian, die Witwe von Christoph Merian, verpachtete das Grundstück an die Stadt. Im Oktober vor 150 Jahren konnte mit dem Bau der grossen Anlage begonnen werden. Am 23. Mai 1872 wurde der «Gottesacker» eingeweiht – elf Tage später fand hier die erste Erdbestattung statt. Viele alte Basler Namen und Geschichten sind in dieser Erde begraben. Die Stimmung ist einzigartig – und ein Spaziergang bedeutet hier das Eintauchen in Stille, Natur und Basler Vergangenheit.

Unsere Frage nun: Wie heisst der Gottesacker?

Sein Anfangsbuchstabe beginnt mit einem: …

Beginn des Live Tickers