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Was macht der russische Geheimdienstflieger in Kloten?

Planespotter haben ein spezielles Flugzeug am Flughafen Zürich entdeckt. Es gehört dem russischen Staat.

Eine Tupolew Tu-214: Sie gehört angeblich dem russischen Inlandgeheimdienst.
Eine Tupolew Tu-214: Sie gehört angeblich dem russischen Inlandgeheimdienst.
Easyspotting/Twitter

Eine russische Tupolew Tu-214 steht auf dem Standplatz Whiskey des Zürcher Flughafens. Das ist einer jener Parkplätze, auf denen auch staatliche Flugzeuge parkiert werden. Gestern Dienstag um etwa 11 Uhr ist die Maschine in Kloten gelandet. Gestartet war sie rund drei Stunden zuvor in Moskau. Auf der Heckflosse prangt unter der russischen Flagge die Registernummer «RA-64523».

Das Kennzeichen deutet laut Planespotters.net darauf hin, dass die Tupolew zur Flotte des FSB gehört. Das Kürzel bedeutet Federalnaja sluschba besopasnosti Rossijskoi Federazii. Das ist der russische Inlandgeheimdienst. Das Flugzeug in Kloten ist eines von insgesamt vier Flugzeugen, die dem FSB zugeordnet werden. Die Tupolew Tu-214 gilt als flexibel und kann je nach Wünschen und Erfordernissen umgebaut werden. Die Version des FSB soll 2,7 Milliarden Rubel, umgerechnet 44,5 Millionen Franken, gekostet haben.

Jährlich 4000 Staatsflüge

Wieso sich der Flieger in der Schweiz befindet, ist unklar. Der Flughafen Zürich bestätigt zwar die Anwesenheit, verweist aber darauf, dass die Maschine «diplomatic clearance» hatte. Das ist eine spezielle Genehmigung, die der Bund für Staatsmaschinen ausstellt. Als Staatsflüge gelten Flüge, welche für Missionen im Dienst von Staaten, Militär-, Zoll- und Polizeibehörden durchgeführt werden. Mehr Informationen würden dem Flughafen nicht vorliegen, sagt ein Sprecher. Es sei aber nicht aussergewöhnlich, dass Flugzeuge mit «diplomatic clearance» in Zürich landen. Während des WEF sei dies etwa an der Tagesordnung. Die Tupolew soll heute um circa 18 Uhr wieder abheben.

Beim Bund ist das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) für die Bewilligung zuständig. Über den konkreten Fall will sich der Sprecher nicht äussern. Generell gelte aber: «Bewilligungen werden jeweils nur erteilt, wenn bei der Durchführung der Flüge die Neutralität und die Souveränität der Schweiz respektiert werden.» Keine «diplomatic clearance» erhielten Flüge, die im Widerspruch zum Völkerrecht stehen, schreibt der Bazl-Sprecher. Im Schweizer Luftraum fänden jedes Jahr über 4000 ausländische Staatsflüge mit «zivil oder militärisch immatrikulierten Luftfahrzeugen» statt.

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