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«Saudischer Prinz glaubt, sich mit den USA alles erlauben zu können»

Ben Rhodes beschäftigen die vielschichtigen Verknüpfungen zwischen den Saudis und dem US-Establishment. Foto: Urs Jaudas

Herr Rhodes, hat Sie die Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi auch überrascht?

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Sie beschreiben in Ihrer Autobiografie, wie bin Salman beim Staatsbesuch den Appell von US-Präsident Barack Obama zur Einhaltung der Menschenrechte unterbricht, um ihm Belehrungen zu erteilen.

Wie hat Obama darauf reagiert?

Sie sehen die Trump-Administration in der Mitverantwortung für die Ermordung Khashoggis. Wie kommen Sie darauf?

Warum diese Appeasement-Politik?

«Es gibt nicht nur keinen Weltpolizisten, ­sondern auch keinen ­Weltdiplomaten mehr.»

Ben Rhodes

Wir verstehen das schon. Zwei Politiker in Genf liessen sich das auch gefallen.

Deutschland hat die Waffenausfuhr nach Saudiarabien gestoppt. Wie werden sich die USA verhalten?

Der Schutz der US-Waffenindustrie geht da vor.

Sie hoffen auf die Wahlen?

Sie meinen tatsächlich, dass Trump von den Plänen zur Ermordung Khashoggis wusste und nichts dagegen unternommen hat?

Was ist Ihre Prognose für die Kongresswahlen?

Wird Trump die Wiederwahl verlieren, wenn es eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus geben wird?

Die «New York Times» hat geschrieben, dass die Appeasement-Politik ­gegenüber den Autokratien im Nahen Osten bereits unter Obama begonnen habe – mit der Unterstützung des Militärputsches gegen Präsident ­Mohammed Mursi in Ägypten.

Obama ist auch mit seinem grossen Ziel gescheitert: dem Ausstieg der USA aus den Kriegen im Nahen Osten.

In Syrien zog Obama eine rote Linie gegen Giftgaseinsätze, hat diese aber nicht verteidigt. Ein Debakel?

Laut Ihnen hat Obama gesagt: «Wir können die Leute nicht daran hindern, sich gegenseitig umzubringen.» Ist das nicht zynisch?

Das hat autoritär regierten Ländern wie Russland erlaubt, die ­Polizistenrolle zu übernehmen.

Sie beschreiben im Buch, dass Angela Merkel bei Obamas letztem Besuch eine Träne verdrückt hat. Sie hat sich wohl verlassen gefühlt.

Am Tag von Trumps Wahl soll Obama gesagt haben: «Vielleicht kamen wir zu früh und gingen zu weit.» Ist das nicht überheblich?

Sehen Sie das auch so?

Ist der Backlash demnach nur ein Intermezzo?