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Her mit der Press-Prämie!

Jungmutter Kim Kardashian will für das Erdulden ihrer Schwangerschaft beschenkt werden.

25 Kilo hat Kim Kardashian während ihrer Schwangerschaft zugelegt – auch dafür möchte sie jetzt entschädigt werden. Foto: Reuters
25 Kilo hat Kim Kardashian während ihrer Schwangerschaft zugelegt – auch dafür möchte sie jetzt entschädigt werden. Foto: Reuters

Letzten Samstag kam sie nieder, die meistfotografierte Schwangere der Welt, die omnipräsente Kim Kardashian, dieses Fleisch gewordene Produkt einer Realityshow. Das Erstaunliche daran war, dass es keine Liveübertragung des Ereignisses gab, kein einziges Bild aus dem Kreisssaal, keine Kim Kardashian, die perfekt geschminkt und frisiert in Négligé und hohen Hacken gebiert. Man war schon ganz irritiert ob der ungewohnten Diskretion, die das Paar an den Tag legte.

Gewohnt laut war Kim Kardashian dafür noch kurz vor der Geburt gewesen. Da hatte sie nämlich auf ihrer Webseite unter dem Titel «My Push Present» verkündet, sie wünsche sich von Gatte Kanye West ein Diamantcollier – «nach neun Monaten Schwangerschaft ist das ein süsses und wohlverdientes Dankeschön», schrieb sie. Ah ja, der Kostenpunkt: ungefähr eine Million Dollar.

25 Kilo Gewichtszunahme!

Die Stars sind halt exzentrisch, dachte man, und die arme Kim hat ja auch so viel zugenommen, ganze 25 Kilo. Da quollen nicht immer nur fies die Füsse auf in den Stilettos, da ist auch die Figur ruiniert, zumindest vorübergehend. Kameras lassen einen ja zusätzlich 5 Kilo schwerer aussehen. Und das ist natürlich verheerend für jemand, der davon lebt, fotografiert zu werden, die Designerkleider spannen dann so unvorteilhaft. Da muss man schon Verständnis haben, dass für diese ganze Unbill eine Entschädigung verlangt wird und der Mann gefälligst was rausrücken soll.

Allerdings klärte die «New York Times» umgehend auf: Press-Präsente sind in den USA mittlerweile durchaus verbreitet, Frau Kardashian ist da gar keine Ausnahme – höchstens vielleicht hinsichtlich der Preisklasse, in der sich das von ihr geforderte Schwangerschaftssalär bewegt. Unter reichen Frauen sei es zunehmend Mode geworden, sich nach der Geburt grosszügig beschenken zu lassen.

Reaktionärer Bullshit

Die Meinungen, was davon zu halten sei, gingen auseinander. Dabei ist der Fall klar: In der Haltung, für den natürlichsten Vorgang der Welt eine Belohnung verdient zu haben, manifestiert sich die kindische Überzeugung, für alles im Leben lasse sich eine Gegenleistung einfordern. Jede Handlung müsse zwingend belohnt, honoriert, vergütet werden.

Doch gerade Frauen sollten sich etwas Klügeres einfallen lassen, wenn sie – zu Recht – mehr Respekt für ihre Leistungen verlangen, etwas Neueres, Zeitgemässeres auch. Die Leier, wonach so ein Frauenleben vor allem geprägt sei durch Leiden und Erdulden, haben wir nun wirklich lange genug gehört.

Für Schwangerschaft und Geburt einen Preis zu verlangen, ist reaktionärer Bullshit. Grundsätzlich und weil er Frauen auf ihre Gebärmutter reduziert. Herrgott, Frauen sind doch so viel mehr.

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