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Bundesliga-Studie bringt KlarheitWerder Bremen muss dem VAR ganz lieb Danke sagen

Werder Bremen spielt auch nächste Saison erstklassig. Dies aber nur dank dem Videobeweis. Auch Leipzig hätte ohne VAR deutlich schlechter abgeschnitten.

Bremen kann sich bei den Schiedsrichtern – allen voran dem VAR bedanken. Ohne den Videobeweis würde Werder in der kommenden Saison nur noch zweitklassig spielen.
Bremen kann sich bei den Schiedsrichtern – allen voran dem VAR bedanken. Ohne den Videobeweis würde Werder in der kommenden Saison nur noch zweitklassig spielen.
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RB Leipzig hätte ohne den VAR vermutlich nach der Saison nicht viel Anlass zum Feiern gehabt. Die Bullen stünden mit fünf Punkten weniger auf ihrem Konto auf Platz fünf und hätten somit die Champions League verpasst.
RB Leipzig hätte ohne den VAR vermutlich nach der Saison nicht viel Anlass zum Feiern gehabt. Die Bullen stünden mit fünf Punkten weniger auf ihrem Konto auf Platz fünf und hätten somit die Champions League verpasst.
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Den Platz in der Champions League hätte sich Kai Havertz (r.) mit Bayer Leverkusen gesichert.
Den Platz in der Champions League hätte sich Kai Havertz (r.) mit Bayer Leverkusen gesichert.
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Der Schiedsrichter greift sich ans Ohr, Spieler beider Mannschaften versammeln sich um ihn, während der Torschütze verhalten jubelt. Solche Szenen gehören im Fussball mittlerweile fast schon zur Tagesordnung. Seit der Einführung des VAR folgen beinahe auf jeden Treffer bange Sekunden – ja, gar Minuten. Diskussionen über den Sinn und Zweck des Video Assistant Referees könnten kaum kontroverser sein, am VAR scheiden sich die Geister der Experten wie auch der Fans. Deshalb ist es auch kaum verwunderlich, dass regelmässig Statistiken über die Entscheide des Videobeweis-Systems erstellt werden.

Die Webseite «wahretabelle.de» hat nun eine Studie veröffentlicht, in welcher alle VAR-Entscheidungen der vergangenen Bundesliga-Saison analysiert wurden. Und kommt dabei zum Schluss: Fortuna Düsseldorf hätte ohne den Videoassistenten acht Punkte mehr gesammelt, was gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt gewesen wäre. Statt auf Rang 17 stünde der Absteiger auf dem 13. Tabellenplatz und hätte damit Werder überholt, das sich in extremis über das Barragespiel gegen Heidenheim gerettet hatte. Die Bremer hätten ohne Videobeweis statt 31 Punkte nur 25 geholt und wären damit schon einige Runden vor Schluss abgestiegen.

Auch im Kampf um die Champions-League-Plätze hätte es ohne den VAR eine signifikante Änderung gegeben: RB Leipzig profitierte in dieser Saison vom Einsatz des Videobeweises, der fünf zusätzliche Punkte brachte, ohne die das Team von Trainer Julian Nagelsmann nur auf dem fünften Rang gelandet wäre. Das Ticket für die Könisgklasse hätte damit Bayer Leverkusen gelöst. Für das Meisterschaftsrennen zwischen Borussia Dortmund (-1 Punkt ohne VAR) und Bayern München (gleich viele Punkte) blieb der Einsatz des Video-Schiedsrichters jedoch am Ende fast ohne Konsequenzen.

Ob der VAR wirklich entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der Meisterschaft hatte, ist jedoch nicht wirklich abschliessend zu beantworten. Denn ein nicht gegebenes Tor, ein nicht geahndeter Penalty oder eine zurückgenommene rote Karte haben schliesslich nicht nur direkten, unmittelbaren Einfluss auf eine Partie, ein folgenschwerer Entscheid kann auch Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Meisterschaft, die Form und Moral eines Teams oder die Aufstellung für das nächste Spiel haben.