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Leser fragenWer zahlt für den Coronavirus-Test im Ausland?

Kann ich eine andere Verteilung der Erbschaft verlangen? Antworten von unserer Expertin.

Wer für eine Reise ein negatives Testresultat benötigt, bekommt die Testkosten nicht vergütet.
Wer für eine Reise ein negatives Testresultat benötigt, bekommt die Testkosten nicht vergütet.
Foto: Keystone

Wer zahlt für meinen Coronavirus-Test im Ausland?

Im November war ich für eine private Hilfsaktion in der Türkei. Als ich den Flug zurück in die Schweiz buchte, hiess es, dass ich nur mit einem negativen Coronavirus-Test das Flugzeug besteigen dürfe. Mit viel Aufwand und Umtrieben gelang es mir, rechtzeitig zu einem Test zu kommen. Als ich mich beim Bundesamt für Gesundheit erkundigte, hiess es, dass mir die Kosten nicht zurückerstattet würden. Ist das wirklich so? Schliesslich habe ich den Test nicht freiwillig gemacht.

Ja, die Auskunft ist korrekt. Das Bundesamt stützt sich dabei auf die vom Bundesrat erlassenen Bestimmungen. Demnach werden die Kosten für einen ­Coronavirus-Test übernommen, wenn die getestete Person Symp­tome hat. Seit Ende Januar können sich in bestimmten Situationen auch Personen ohne Symptome kostenlos testen lassen. Auf jeden Fall aber müssen die Tests in der Schweiz von den dazu ­ermächtigten Stellen durchgeführt werden.

Keine Vergütung gibt es somit für Tests, die im Ausland durchgeführt werden, und auch nicht, wenn jemand für eine Reise ein negatives Testresultat benötigt.

Dass Sie den Test nicht von sich aus, sondern auf Geheiss der Fluggesellschaft machen liessen, ändert nichts. Offen bleibt, ob allenfalls eine Zusatzversicherung für die Kosten aufkäme. Doch selbst in diesem Fall müssten Sie nachweisen können, dass der Test von einem im betreffenden Land anerkannten Leistungserbringer durchgeführt worden ist.

Kann ich eine andere Verteilung der Erbschaft verlangen?

Wir sind vier Geschwister, ich bin der Einzige ohne Kinder. Kürzlich ist unsere Mutter gestorben. In ihrem Testament hat sie auch die Grosskinder bedacht und ihnen mehrere Zehntausend Franken zukommen lassen. Dadurch verringert sich mein Erbanteil. Ich frage mich, ob das rechtens ist oder ob nicht das ganze Vermögen unter den direkten Erben, also uns Kindern, aufzuteilen ist. Kann ich das Testament anfechten und verlangen, dass die ­Erbschaft gerecht unter uns ­Geschwistern verteilt wird?

Sie können das Testament nur in Ihrem eigenen Namen anfechten. Demzufolge könnten Sie vor Gericht nur eine Änderung des Ihnen zugesprochenen Anteils einfordern. Wichtig zu wissen ist dabei, dass Ihre Mutter durchaus einen Teil ihres Nachlasses den Enkelkindern zukommen lassen durfte, auch wenn die Grosskinder nicht zu den direkten Erben gehören. Ihre Mutter musste dabei aber die vorgeschriebenen Pflichtteile von Ihnen und Ihren Geschwistern einhalten.

Der Pflichtteil von Kindern beträgt drei Viertel; bei vier Kindern ergibt dies einen Pflichtteil von drei Sechzehnteln pro Kind. Zu prüfen ist also, ob der Betrag, der Ihnen per Testament zusteht, mindestens drei Sechzehntel der gesamten Erbschaft ausmacht. Wenn nicht und wenn Sie sich auch mit Ihren Miterben nicht einigen können, können Sie Ihren Pflichtteil gerichtlich einfordern. Bekommen Sie aber mindestens den Pflichtteil, könnten Sie das Testament höchstens wegen Ungültigkeit anfechten. Etwa wenn die Berücksichtigung der Enkel nicht dem freien Willen Ihrer Mutter entspricht. Dies müssten Sie allerdings als Kläger belegen können.

2 Kommentare
    Ron Meier

    Es ist äusserst problematisch dass der Schweizerstaat einen Testzwang für Schweizerbürger bei der Einreise aus Nich-Risikoländern erlässt, die Bürger dann aber den Test selber zahlen müssen (in diesem Fall ist die Türkei kein Risikoland. Und es spielt auch keine Rolle ob man mit der Reise der Betroffenen einverstanden ist oder nicht). Damit missachtet die offizielle Schweiz das Recht jedes CH-Bürger auf freie, ungehinderte Ein- und Ausreise. Keinem Schweizerbürger kann die Einreise in die Schweiz verwehrt werden. Hat der Schweizerbürger aber kein Testergebnis wird er gegenwärtig auf Auftrag der CH-Regierung nicht in die Schweiz befördert. Was faktisch einem Einreiseverbot gleichkommt. Ungeachtet dessen was die Airlines sowieso bei der Beförderung von den Passagieren verlangen / nicht verlangen.