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Der Club der GentlemenWenn zwei sich streiten, schweigt der Dritte

Reisst ein Paar in der Öffentlichkeit einen Streit vom Zaun, lässt man ihn am besten schweigend an sich vorüberziehen.

Wenn Paare in der Öffentlichkeit einander anschreien, ist das für Freunde und Beobachter nur problemlos, solange sie sich nicht einmischen.
Wenn Paare in der Öffentlichkeit einander anschreien, ist das für Freunde und Beobachter nur problemlos, solange sie sich nicht einmischen.
Foto: Getty Images

Spätabends in einem eleganten Londoner Restaurant: Ein Brautpaar trifft ein und nimmt vor seiner Hochzeitsnacht noch ein Glas Champagner. Plötzlich fährt ein Knall durch den Raum. Es kommt vom Brautpaar; der Bräutigam hat seiner Angetrauten soeben mit der Hand auf das in einem engen Kleid steckende Gesäss gehauen. Alle Gäste drehen sich um, staunen – und lachen. Keine Feministin hätte sich in diesem Moment getraut, Einspruch zu erheben.

Ebenso keinen Einspruch erheben sollte man, wenn ein Paar in aller Öffentlichkeit einen Streit vom Zaun bricht – sei es als leidender Freund des Paares oder als möglicherweise belustigter Beobachter. Mischt man sich nämlich ein, eröffnet man einen Nebenkriegsschauplatz, und das ist nicht nur riskant, sondern auch unsinnig. In einem solchen Moment hilft nichts; da muss man ganz einfach versuchen, die Streitwelle mit möglichst grosser Gelassenheit an sich vorübergehen zu lassen. Man könnte nämlich in einen Loyalitätskonflikt geraten, und wer will das schon. Ausserdem: Egal, wie gehässig die Auseinandersetzung auf Aussenstehende wirken mag – letztlich halten die Partner meistens doch immer zusammen. Denn Streit gehört bei einer Beziehung immer dazu und muss nicht gleich ein Grund zur Sorge sein.

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