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Wem die Sportwelt den Vorzug gibt

Vor allem ehemalige Stars bekennen Farbe zu den beiden Präsidentschaftskandidaten. Warum hier Clinton 2:1 führt und wer sich besonders exponiert.

Donald Trump kann sich des Supports von Golflegende Jack Nicklaus sicher sein. Hier trafen sich die beiden bei der Eröffnung eines Golfplatzes in New York 2015.
Donald Trump kann sich des Supports von Golflegende Jack Nicklaus sicher sein. Hier trafen sich die beiden bei der Eröffnung eines Golfplatzes in New York 2015.
Reuters

In der englischen Wikipedia-Enzyklopädie finden sich ausführliche Listen, welche bekannten Persönlichkeiten sich öffentlich hinter Donald Trump oder Hillary Clinton stellen. Vergleicht man die Aufstellung der Sportlerinnen und Sportler, würde Clinton das Duell bei diesen mit 2:1 gewinnen. Ihre Liste umfasst 116 Namen, jene von Trump mit 57 knapp die Hälfte.

Wenig überraschend stellen sich vor allem Athletinnen hinter Clinton. Auch in den Sportarten sind teilweise klare Tendenzen erkennbar: Bei den Basketballern geniesst die Demokratin deutlich mehr Sympathien (35:5), auch im Fussball, Tennis und der Leichtathletik ist sie anhand dieser Aufstellung klar populärer. Ausgeglichener sind die Lager offensichtlich im American Football (25:18) und Baseball/Softball (9:8).

Jack Nicklaus glaubt an Trump

Kleinen, aber prominenten Support erhält Trump derweil aus der Golfwelt: Der 76-jährige Jack Nicklaus hatte sich schon im Frühling klar hinter den Republikaner gestellt. Er kenne ihn von verschiedenen Golfprojekten und sei von ihm immer hervorragend behandelt worden, erklärte der «Goldene Bär», mit 18 Majortiteln der erfolgreichste Golfer der Geschichte. Trump wecke das Land auf, so Nicklaus. Wahrscheinlich sei Trump politisch schon nicht korrekt, «aber er wird lernen. Und er ist auch nicht dumm, sonst wäre er nicht so weit gekommen.» Aus der Golfwelt erklärten auch – als eine der wenigen Frauen – Natalie Gulbis und John Daly, sie würden Trump bevorzugen. Auch in der Autosportszene geniesst der Milliardär offenbar mehr Sympathien.

Navratilova stichelt, wo sie kann

Massive Unterstützung erhält Clinton derweil vonseiten der früheren Tennisgrössen Billie Jean King, Chris Evert und Martina Navratilova, und auch John McEnroe bekennt sich klar zur Demokratin. Sehr engagiert zeigt sich vor allem Navratilova, die auch über ihren Twitter-Account jede Gelegenheit nutzt, um gegen Trump Stimmung zu machen. So leitete sie auch diesen ziemlich grenzwertigen Tweet an ihre 179'000 Follower weiter:

Viele der aktiven Sportlerinnen und Sportler vermeiden es indessen, sich öffentlich hinter einen Kandidaten zu stellen. Immerhin haben sie jahrelang gelernt, dass es besser ist, nichts zu sagen und keine Farbe zu bekennen, gerade auch, wenn es um Politik geht – denn hier gibt es kaum etwas zu gewinnen, aber einiges zu verlieren. Zu ihnen gehört auch der Berner NHL-Profi Mark Streit, der bei einer Umfrage im «Blick», wen er wählen würde, auswich – «aus Anstand gegenüber einem Land, das mir seit Jahren ein sehr gutes Leben ermöglicht», wie er erklärte.

Sefolosha und Xeno Müller für Clinton

Derweil sagte sein NHL-Kollege Nino Niederreiter der Zeitung, dass er «mit jeder Stunde mehr daran glaube, dass Trump das Rennen machen werde». Einige seiner Mitspieler hätten durchsickern lassen, dass sie Trump wählen würden, da er Steuersenkungen versprochen habe. Zumindest der frühere Ruder-Olympiasieger Xeno Müller, der schon lange in Kalifornien lebt, sowie NBA-Profi Thabo Sefolosha sprachen sich klar für Clinton aus.

Kein Geheimnis aus seiner Abneigung gegen die jetzige demokratische Regierung macht währenddessen Ryan Lasch, amerikanischer Stürmer beim SC Bern. Nach einer Rede von Präsident Obama im Januar bezeichnete er diesen über Twitter als Clown, Betrüger und Lügner, der nach Arroganz stinke.