«Unsere Studierenden haben eine grosse Auswahl an Stellen»

Studium

Die Schweiz ist ein Tourismusland. Entsprechend braucht es Fachkräfte in diesem wichtigen Wirtschaftszweig. Wie wird man Tourismusfachfrau oder Tourismusfachmann?

Schöne Aussicht: Praktisch alle Absolventinnen und Absolventen finden nach dem Studium eine Stelle.

Schöne Aussicht: Praktisch alle Absolventinnen und Absolventen finden nach dem Studium eine Stelle.

(Bild: HFT Graubünden)

Markus Ehinger@ehiBE

Der Tourismus boomt. Und damit ist auch die Ausbildung zur Tourismusfachperson sehr populär. Gemäss Informationen von ­berufsberatung.ch koordinieren Tourismusfachleute in erster Linie die Arbeit zwischen Kundschaft, Leistungsträgern und weiteren Ansprechpersonen. Beschäftigt werden sie in allen Teilgebieten des Tourismus: Marketing, Finanzwesen, Administration und Organisation, Werbung und Verkauf sowie im Personalwesen. Ihre Einsatzgebiete erstrecken sich über ein weites Spektrum: Hotellerie und Gastgewerbe, Reisebüros, Sport, Events sowie nationale, regionale oder lokale Tourismusorganisationen.

Hauptsaison: Arbeiten, Zwischensaison: Studieren Wie wird man Tourismusfachfrau oder Tourismusfachmann? Mit Standorten in Zürich und Lausanne (IST), Bellinzona (SSSAT), Luzern mit einer Niederlassung in Thun (HFT) sowie Samedan in Graubünden (HFT) gibt es in der Schweiz vier Höhere Fachschulen für Tourismus (HFT). Der klassische dreijährige Vollzeitlehrgang (1 Jahr Schule, 1 Jahr Praktikum, 1 Jahr Schule) wird in Zürich, Bellinzona und Samedan angeboten. «Studierende, welche schon über eine einschlägige Berufserfahrung im Tourismus verfügen, können das Praktikumsjahr überspringen», sagt Ursula Oehy Bubel, Rektorin der HFT Graubünden. Des Weiteren gibt es im Engadin die Saisonvariante, in der die angehenden Fachleute während der Hauptsaison arbeiten und in der Zwischensaison studieren. «Zürich hat zudem eine typische berufsbegleitende Variante im Ausbildungsportfolio», ergänzt Hanna Rychener Kistler, CEO der IST. Und ab Januar 2020 wird die ­sogenannte «fast lane» angeboten, bei der in einer zweijährigen Variante in Kombination mit praktischer Tätigkeit und Unterrichtseinheiten in einer Teilzeitform das Diplom erlangt werden kann. Schliesslich wird an der IST ab 2020 das gesamte Ausbildungsprogramm in einer modularisierten Form angeboten, was zusätzliche Freiheiten und Kombinationsmöglichkeiten eröffnet.

Mehrere Varianten möglich Nicht nur an höheren Fachschulen (HF), sondern auch an Fachhochschulen (FH) kann man sich zum Tourismus-Experten ausbilden lassen, nicht jedoch zur Tourismusfachfrau respektive zum Tourismusfachmann. Einer der Hauptunterschiede: Für die Zulassung an eine Fachhochschule ist mindestens eine Berufsmatura erforderlich. «Die Ausbildungen an der höheren Fachschule und an der Fachhochschule ergänzen sich meines Erachtens», sagt Prof. Dr. Thorsten Merkle, Studienleiter des Bachelorstudiums Tourismus an der HTW Chur. Laut Merkle sind beide Institutio­nen sehr praxisorientiert, wobei an der HF auch ein Fokus auf der Praxiserfahrung im Sinne der operativen Tätigkeiten liege. «Für uns bedeutet Praxisorientierung zum Beispiel, dass wir Dozierende mit klarem Praxishintergrund beschäftigen, Exkursionen ins In- und Ausland unternehmen, mit Case Studies arbeiten und Gastvorträge anbieten.» Fachhochschulen seien wissenschaftlicher, meint Merkle. Er betont: «In der Schweiz sind sowohl der HF- wie auch der FH-­Abschluss gut positioniert.» Sie würden den Bedürfnissen der Wirtschaft entsprechen.

Gute Perspektiven Ob HF oder FH: Den Studienabgängern bieten sich gute Perspektiven. «Aufgrund der Praxiserfahrung, die sie mitbringen, bestehen sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt», sagt ­Ursula Oehy Bubel. Einige gehen als Festangestellte in ihren Praktikumsbetrieb zurück oder suchen sich etwas Neues. «Arbeitgeber stellen die Absolventen in der Regel sehr gerne an», betont sie. Dies belegen Zahlen: 2017 hat die HFT Graubünden eine Umfrage bei den Studienabgängern durchgeführt. Rund ein Drittel aller Absolventen seit 1994 machte mit. 44 Prozent gaben an, bereits vor dem offiziellen Abschluss eine Stelle gefunden zu haben. Bei 38 Prozent der Absolventen war dies nach drei Monaten der Fall. Nur 1 Prozent der Abgänger suchte länger als ein Jahr eine Stelle. «Ich beurteile dies als sehr gute Quote», sagt Oehy Bubel. Ähnlich tönt es bei der IST. In welchen Bereichen arbeiten die Studienabgänger? Meist ist es eine Anstellung in einem Fachbereich im Incoming (Eventmanagement, Produktmanagement, Märkte) oder im Outgoing Tourismus (Sales/Operations, Retail, Produkt-Management) oder in verwandten Gebieten wie Marketing oder Kommunikation.

Quelle: Tages Anzeiger, Beilage BILDUNG

Weiterführende Informationen: www.bildung-schweiz.ch/topics/abschluesse-tourismus-verkehr

baz.ch/Newsnet

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