Ein Beruf für Menschen mit ÖV im Blut

Lehre

Fachleute öffentlicher Verkehr EFZ beraten Reisende und sorgen dafür, dass Transportmittel und Personal zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Weil nur so viele Personen ausgebildet werden, wie die Verkehrsbetriebe benötigen, sind die Lehrabgängerinnen und -abgänger auf dem Arbeitsmarkt gefragt.

Einsatzort Letzigrundstadion: Die Fachfrau öffentlicher Verkehr weist den Passagieren den Weg.

Einsatzort Letzigrundstadion: Die Fachfrau öffentlicher Verkehr weist den Passagieren den Weg.

(Bild: Login Berufsbildung AG)

Fachleute öffentlicher Verkehr EFZ ist eine junge Ausbildung und ein noch jüngerer Beruf. Denn die ersten 35 Lernenden starteten 2015, sodass sie ihr Fähigkeitszeugnis 2018 in Empfang nehmen konnten. Diesen Sommer schliessen die nächsten 67 Lernenden ihre Ausbildung ab. Einige von ihnen haben dann auch gleich die Berufsmaturität in der Tasche, die sie parallel zur Lehre absolvieren.

Hinter und vor den Kulissen

Die Ausbildung erfordert im dritten Lehrjahr eine Spezialisierung auf einen der beiden Schwerpunkte Zugbegleitung oder Planung. Wer sich für Zugbegleitung entscheidet, ist viel unterwegs. Denn Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter – so die offizielle Berufsbezeichnung – kümmern sich von der Abfahrt des Zuges bis zu dessen Ankunft am Bestimmungsort um die Kundinnen und Kunden. Die ersten Fragen beantworten sie noch auf dem Perron. Auch während der Fahrt wollen die Kundinnen und Kunden so einiges wissen. Die Zugbegleiterinnen und Zug­begleiter geben zum Beispiel Auskunft darüber, auf welchem Gleis und wann die Anschluss- oder Ersatzzüge fahren, welche Verbindung die beste ist oder wo sich der Speisewagen befindet. Daneben prüfen sie, ob alle Reisenden ein gültiges Billett haben. Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter kommen aber auch an Bahnhöfen zum Einsatz. Wenn Züge ausfallen oder wegen eines Grossanlasses Extrazüge eintreffen und deshalb besonders viele Passagiere vor Ort sind, lenken sie diese in Richtung Tram und Busse, sodass der Verkehrsbetrieb selbst bei Grossandrang möglichst reibungslos läuft. Während Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter in fast dauerndem Kontakt mit Reisenden stehen und entsprechend leicht und vielsprachig kommunizieren müssen, agieren Fachleute öffentlicher Verkehr EFZ mit Schwerpunkt Planung im Hintergrund. Sie besorgen bei Zugausfällen neue Wagen, organisieren Extrazüge für Grossanlässe und Feiertage, planen die Arbeitseinsätze von Lokomotivführern, Zugbegleiterinnen, Rangier- und Reinigungspersonal. Weiter bestimmen sie, auf welchen Gleisen die Züge an einem Bahnhof einfahren sollen, sodass sie nicht bereits dem nächsten Zug im Weg stehen. «Eine der Königsdisziplinen ist die Planung des Fahrplans. Sie ist trotz technologischer Unterstützung sehr anspruchsvoll», sagt die für die Ausbildung zuständige Produktmanagerin Daniela Hauser vom Ausbildungsanbieter Login.

Ausbildung nach Bedarf

Die Fachleute öffentlicher Verkehr EFZ sind auf dem Arbeitsmarkt gefragte Leute. Denn die rund fünfzehn Lehrbetriebe in der Schweiz bilden nur so viele Lernende aus, wie sie später auch beschäftigen können. «Wir erstellen mit unseren Partnerfirmen jeweils eine Fünfjahresplanung. Da wir relativ gut abschätzen können, wie viele Personen in diesem Zeitraum wegen eines Berufswechsels ausscheiden oder pensioniert werden, können wir den Bedarf gut beurteilen», sagt ­Daniela Hauser. Fachleute öffentlicher Verkehr EFZ können nach erfolgreich abgeschlossener Lehre deshalb damit rechnen, dass sie eine Anstellung finden. Ihre Berufsaussichten sind jedoch nicht nur aus diesem Grund gut: Ihnen stehen zahlreiche Möglichkeiten der Entwicklung offen, etwa die Weiterbildung zur Lokführerin oder zum Fahrzeugführer für Trams und Busse.

Quelle: Tages Anzeiger, Beilage BILDUNG

Weiterführende Informationen: www.bildung-schweiz.ch

baz.ch/Newsnet

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