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Neues Kochbuch für TartesWas zu belegen war

Sie sind unkompliziert in der Zubereitung und vorzügliche Resteverwerter: Wähen. Oder Tartes, wie sie eleganter in einem neuen Kochbuch genannt werden.

In der Tarte: Es gibt nicht nur den einen Kuchen- oder Mürbeteig. Sondern eine ganze Menge andere Böden, die man ausprobieren sollte.
In der Tarte: Es gibt nicht nur den einen Kuchen- oder Mürbeteig. Sondern eine ganze Menge andere Böden, die man ausprobieren sollte.
Foto: PD

Worum geht es?

Um Tartes. Oder etwas uneleganter ausgedrückt: Wähen oder Flade. In diesem – wir müssen es banal benennen: wunderschönen – Buch stehen 52 Rezepte für Tartes. Die sind mal süss, mal salzig, fruchtig oder pikant und manchmal alles zusammen. Ambitionierte backen wöchentlich: Die Rezepte sind nach Jahreszeiten gegliedert. Das Beste daran ist ja: Auf so eine Tarte kann man legen, was man will – was sie besonders geeignet für Resteverwertung macht. Das Buch hilft bei der Ideenfindung, vor allem, wenn es um die Böden geht: Von Buchweizen- über Sonnenblumenmürbeteig bis Blitzblätterteig ist alles zu finden.

Das haben wir zubereitet

Das halbe Rezept für die Tarte Roscoff, die bei uns übrigens genau gleich aussah.
Das halbe Rezept für die Tarte Roscoff, die bei uns übrigens genau gleich aussah.
Foto: PD

Wer uns kennt, weiss, dass wir eine Vorliebe für Zwiebeln haben. Einkaufen mussten wir nichts, die frischen Thymianzweige haben wir mit getrockneten Kräutern ersetzt. Die Tarte Roscoff wird umgekehrt gebacken, schon das allein spricht für sie (was für eine tolle Überraschung, wenn man sie aus dem Ofen zieht!).

Doch schon vorher bereitet sie Freude: Man halbiert 6 Zwiebeln, schneidet ein paar Knoblauchzehen an und lässt diese erst einmal in einer Bratpfanne mit Öl, etwas Zucker und Salz caramelisieren. Nach einer Dreiviertelstunde gibt man Butter dazu und Thymian – ach, der Duft, der sich verbreitet, ist kaum zu toppen!

Das Ganze löscht man mit Weisswein ab und nach Rezept auch mit Süsswein (das haben wir nicht gemacht, weil wir keinen vorrätig hatten). Nachher befreit man Zwiebeln und Knoblauch von ihrer Schale, setzt alles auf ein Blech, gibt den Sirup, der sich in der Pfanne gebildet hat, darüber und legt einen Blätterteig darauf. Das Ganze wird bei 200 °C gebacken, ungefähr eine halbe Stunde.

Typische Passage aus dem Vorwort

«Nichts muss perfekt sein, rein gar nichts.»

Wer steckt dahinter?

Die japanische Köchin Risa Nagahama und der deutsche Sternekoch Norbert Krüger (der mit Christian Lohse im Berliner Fischers Fritz arbeitete). Und Foodfotograf Joerg Lehmann, der schon bei über 80 Büchern mitgewirkt hat. Das Buch hat übrigens 2020 den Gourmand Award Germany gewonnen, und zwar in zwei Kategorien («Best Book of the Year» und «Dessert & Pastry»).

Bebilderung

Eine Rhabarbertorte für den Frühling.
Eine Rhabarbertorte für den Frühling.
Foto: PD

Top. Im Sinne von: Man möchte ungefähr jedes Tartes-Bild ausdrucken und an die Küchenwand hängen – als Poster.

Wer soll das backen?

Alle, die die Nase voll haben von der Apfelwähe, die es vielleicht derzeit jeden Freitag zum Zmittag gibt.

In der Rubrik «Verschlungen» testen wir regelmässig Kochbücher.