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Interview zu Basler Opernpremiere«Was uns heute fehlt, ist ein kindlich-unverstellter Blick»

Das Theater Basel zeigt Messiaens religiöses Grosswerk «Saint François d’Assise» – wegen Corona allerdings in einer reduzierten Fassung. Der Komponist und Arrangeur Oscar Strasnoy ist aber überzeugt: Die Entschlackung tut dem Werk gut.

Wuchs in Argentinien auf, arbeitet heute in Europa: Der Komponist Oscar Strasnoy (49), hier zu sehen auf einer Installation vor dem Theater Basel.
Wuchs in Argentinien auf, arbeitet heute in Europa: Der Komponist Oscar Strasnoy (49), hier zu sehen auf einer Installation vor dem Theater Basel.
Foto: Pino Covino

Olivier Messiaens 1983 uraufgeführte Oper «Saint François d’Assise» ist riesig: Sie erfordert an die 150 Chor- und 120 Orchesterstimmen, eine weite Palette von Schlaginstrumenten, und sie geht über vier Stunden. Am Theater Basel wird die Oper nun aber in einer reduzierten Fassung aufgeführt, die Sie erarbeitet haben. Droht das Stück in dieser «Light-Version» nicht seine Grösse zu verlieren?

Im Gegenteil: Meiner Meinung nach ist die Originalfassung zu gross, zu opulent geraten. Dank der Ausdünnung der musikalischen Textur gewinnt die Oper an Leichtigkeit und Transparenz. Plötzlich werden einzelne Stimmen der Polyfonie hörbar, die sonst im riesigen Orchester untergehen.

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