Zum Hauptinhalt springen

Psychologie für EntscheidungsschwacheWas ich mir wünsche, will ich nicht

Ambivalente Gefühle, Gegensätze und Differenzen auszuhalten und konstruktiv zu nutzen – das ist eine Lebensaufgabe. Ein Gespräch mit dem Soziologen Kurt Lüscher.

Mütter sind Weltmeisterinnen, wenn es darum geht, widersprüchliche Gefühle auszuhalten
Mütter sind Weltmeisterinnen, wenn es darum geht, widersprüchliche Gefühle auszuhalten
Foto: Mayte Torres/Getty Image

Es fängt gleich passend an, mit einem Hin und Her – dürfen wir uns, angesichts gerade rasant kletternder Fallzahlen, wirklich in Bern bei Kurt Lüscher, 85, treffen? Oder sollten wir lieber der Sicherheit den Vorzug geben und über Skype miteinander sprechen? Aber wäre das das Gleiche, bei einem doch so anspruchsvollen Gesprächsgegenstand wie der «Ambivalenz»?

Wir beschliessen, erst einmal zwei Wochen abzuwarten und dann neu, nach aktueller Lage, zu entscheiden – und wagen es schliesslich. Zum Glück, denn der gebürtige Luzerner hat als Professor der Soziologie an der Universität Konstanz jahrzehntelang über den Begriff geforscht und ruht auch seit seiner Emeritierung nicht. Und nun ist sein ambivalenter Blick auf die Wirklichkeit nötiger denn je: Wie lässt sich der Begriff der Ambivalenz für jeden Einzelnen von uns gewinnbringend auf die derzeitige Situation anwenden?

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.