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Small Talk als Schmiermittel Warum wir den Büroklatsch vermissen

Vielen fehlt im Homeoffice vor allem eines: der nette Schwatz mit den Kollegen. Mit einigen Tricks ist das Kaffeekränzchen auch virtuell möglich.

Klatsch und Tratsch ist nicht böse, sondern meistens vor allem: heilsam. Notfalls auch über den Bildschirm.
Klatsch und Tratsch ist nicht böse, sondern meistens vor allem: heilsam. Notfalls auch über den Bildschirm.
Foto: Getty Images

Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass gerade jetzt die Quassel-App Clubhouse durch die Decke geht. Natürlich gibt es dort auch Runden zu Entrepreneurship und Bildungsgerechtigkeit, bei denen man sich einklinkt wie bei einer Telefonkonferenz, aber viele wollen nur mal ein wenig plaudern, man trifft ja sonst niemanden. Konferenzen laufen oft nur noch über Zoom, Teams oder Skype. Der persönliche Kontakt fehlt – das Bedürfnis, sich informell auszutauschen, bleibt. Und nun?

Zum einen ist es wichtig zu verstehen, dass Smalltalk nicht eine Schrulle von Kollegen und Kolleginnen mit zu viel Zeit ist. Der britische Evolutionspsychologe Robin Dunbar von der Universität Oxford weist ihm eine soziale Funktion zu: «Er hilft einer Firma, gut zu funktionieren, weil ein informelles Gespräch Vertrauen und Verbindlichkeit zwischen den Angestellten schafft.» Dunbar leitet diese Funktion von Sprache aus seiner Beobachtung von Primaten ab. «Sie lausen und kraulen sich in Gruppen, das ist die Basis ihres Bondings.» Die Fellpflege diene dabei weder der Hygiene noch dem Austausch von Informationen, sondern sei ein Ausdruck von Freundschaft und Treue. Die menschliche Sprache habe sich als «akustisches Kraulen» in grösseren sozialen Gruppen entwickelt.

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