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Von Kopf bis Fuss: Reife Leidenschaften«Traditionelle Partnerschaften waren kein Gewinn für mich»

Warum Sharon Stone nicht mehr datet und was wir von ihren Ansichten lernen können.

Männern fehle es an «emotionaler Reife», findet sie: Sharon Stone.
Männern fehle es an «emotionaler Reife», findet sie: Sharon Stone.
Foto: Marc Piasecki (Getty Images)

Sharon Stone ist nicht nur eine attraktive, reflektierte und intelligente Frau, sie hat in Sachen Beziehungen auch schon so einiges erlebt. Zwei Mal war sie verheiratet: Von 1984 bis 1987 mit dem TV-Produzenten Michael Greenburg, zwischen 1997 bis 2004 und mit dem prominenten Journalisten Phil Bronstein. Seither war sie in einigen Partnerschaften und hatte auch zahlreiche Affären. Die letzte 2018 mit dem Schweizer Angelo Boffa. Zudem ist sie Mutter von drei adoptierten Söhnen zwischen 14 und 20 Jahren. Man könnte also sagen: Stone ist Testosteron-erprobt, sie kennt die Männer jeder Altersgruppe.

Mit 62 Jahren zieht sie nun nüchtern Bilanz: «Eine traditionelle Partnerschaft war für mich kein Gewinn», sagte sie in der TV-Show ihrer Schauspielkollegin Drew Barrymore. Sie habe ihre Beziehungen nicht auf Augenhöhe leben können und sie sei jeweils die Einzige gewesen, die diese auch gepflegt habe. Was den Männern fehle, sei eindeutig «emotionale Reife».

«Ich möchte keine Unaufrichtigkeit, keinen Blödsinn und keine Spielchen mehr.»

Sharon Stone

Dabei war Stone noch Anfang dieses Jahres aktiv auf der Suche. Sie hatte sich auf dem Dating-Portal Bumble angemeldet, war aber von diesem geblockt worden, weil einige Nutzer sich beschwert hatten, es gebe sich jemand als Sharon Stone aus, es könne ja nicht sein, dass ein solcher Star auf diese Weise einen Mann suche. Ironisch kommentierte sie diesen Fakt: «Dass ich also ich bin, ist für diese Dating-App ein Ausschlusskriterium».

Vielleicht ist ein solches Forum auch nicht unbedingt die richtige Adresse für eine Frau, die von einem neuen Partner folgendes erwartet: «Ich möchte keine Unaufrichtigkeit, keinen Blödsinn und keine Spielchen mehr.» Mit dieser erwachsenen Einstellung spricht Sharon Stone sicher vielen Frauen und auch einigen Männern aus dem Herzen, die genug von der virtuellen Jagd aufs Beziehungsglück haben, und deren Mittelfinger vom Swipen schmerzen. Als 62-jährige Frau einen neuen Partner zu finden, ist in einer Welt, in der sich gleichaltrige Männer mit einer Frau höchstens um die 40 an ihrer Seite sehen, schwierig genug. Da bleibt nur noch die Abteilung rüstige Senioren.

Neugier statt Verzweiflung

Bis zu diesem Zeitpunkt ist das keine sehr hoffnungsvolle Geschichte. Und trotzdem endet sie, jedenfalls für Stone, versöhnlich. «Meine Zufriedenheit hängt stark mit der Stabilität in meinem Leben zusammen», sagte sie in einem Interview mit dem TV-Sender RTL. Und ihre aktuelle Dating-Abstinenz bedeute auch nicht, dass sie kein Interesse mehr an Männern habe. Aber ihr Blick auf Beziehungen habe sich verändert. Zudem müsse man nicht zwingend eine romantische Beziehung mit jemanden im eigenen Zuhause haben. Diese könne man auch mit der Natur, mit einem Hobby oder mit der Kunst haben. Und auch eine positive Selbstliebe (und damit meint sie sicher nicht Narzissmus) sei für sie wünschenswert.

Das sind durchaus spannende An- und Einsichten der Schauspielerin. Denn wenn Bindungswillige statt «desperate» auf der Suche nach dem Anderen zu sein, der sie vervollständigen sollte, nur die Hälfe ihrer Energie und ihrer Kraft in ihre eigene Entwicklung investieren würden, gäbe es mit Sicherheit mehr Glück und weniger Enttäuschungen in der Liebe.

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11 Kommentare
    Paolo Martinoni

    Nicht nur für Sharon Stone dürften traditionelle Partnerschaften kein wirklicher Gewinn (gewesen) sein - jedenfalls nicht für finanziell unabhängige Menschen und schon gar nicht auf der emotionalen und (im Fall eines Mannes) auf der sexuellen Ebene. Ich jedenfalls kann mir nicht vorstellen, dass eine traditionelle Partnerschaft wirklich erfüllend ist. Nicht auf die Dauer. Sie ist zwar nicht zu verschmähen, sie kann einem Menschen wirtschaftliche und emotionale Sicherheit vermitteln, eine solide Grundlage, Halt und so weiter, was sehr gut ist ... aber eben: Der Preis dafür kann schon sehr hoch sein! Ich kenne relativ viele Männer, die seit Jahrzehnten "glücklich" verheiratet sind, aber auch unruhig oft, als wäre das, was wirklich zählt, was das Leben wirklich lebenswert macht, auf der Strecke geblieben.