Zum Hauptinhalt springen

Corona-Hotspot RomandieWarum hat die Westschweiz so viele Infektionen?

Die französischsprachige Schweiz verzeichnet deutlich mehr Corona-Fälle als die Deutschschweiz. Es ist eines der grossen Mysterien der Pandemie. Ein Erklärungsversuch in vier Thesen.

Es ist ein Déjà-vu, ein dramatisches. Die Westschweiz weist nach der ersten Corona-Welle auch in der zweiten die höchsten Fallzahlen auf. Diese Woche folgte ein weiterer negativer Höhepunkt: Genf hat die belgische Region Wallonien abgelöst, der Kanton gilt in ganz Europa als jene Region mit den meisten Infektionen relativ zu seinen Einwohnern.

Das wirft Fragen auf. Die Genfer Regierung hat bereits Ende Juli Nachtclubs und Diskotheken schliessen lassen. Der Kanton hat seither die härtesten Corona-Massnahmen der Schweiz und liess am Donnerstag sogar Alters- und Pflegeheime abriegeln. Der Nachbarkanton Waadt wiederum führte im Sommer eine Maskenpflicht in Läden ein, liess aber sein Nachtleben unberührt. Die zweite Welle trifft, anders als die erste, nun auch die Kantone Jura, Neuenburg, Wallis und Freiburg massiv. Selbst in den zweisprachigen Kantonen Wallis und Freiburg wird deutlich: Die frankofonen Gebiete sind stärker von Covid betroffen als die deutschsprachigen. In der Deutschschweiz sinken die Zahlen bereits wieder, in der Westschweiz verharren sie trotz Lockdown auf hohem Niveau. Die Spitäler arbeiten allerorts an ihren Kapazitätsgrenzen. Patienten müssen in die Deutschschweiz verlegt werden. Die Armee muss helfen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.