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Bernische SP schöpft Hoffnung – Bügerliches Duo in Ständeratswahl vorab

Amstutz (SVP) und Luginbühl (BDP) liegen vorn – erreichen das absolute Mehr aber nicht. Nationalratswahlen: Bernische SP hält Hoffnungen hoch, Grüne zittern.

Liegen an der Spitze: Adrian Amstutz (SVP) (links) und Werner Luginbühl (BDP).
Liegen an der Spitze: Adrian Amstutz (SVP) (links) und Werner Luginbühl (BDP).
Keystone

Die beiden Berner Ständeratssitze werden erst im zweiten Anlauf vergeben. Erwartungsgemäss erreichte am Sonntag keiner der zehn Kandidaten das absolute Mehr. Am meisten Stimmen erzielten die beiden Bisherigen.

Adrian Amstutz (SVP) kam auf 143'350 Stimmen, dicht gefolgt von Werner Luginbühl (BDP) mit 142'423 Stimmen. Dass Amstutz am meisten Stimmen machen würde, war im Vorfeld erwartet worden. Der Berner Oberländer geniesst im Kanton Bern grosse Popularität.

Als Überraschung gilt indessen, dass ihm der ehemalige Parteikollege und heutige BDP-ler Werner Luginbühl derart nahe kam. In einer ersten Reaktion unmittelbar nach dem Aufscheinen des Resultats ging ein freudiger Aufschrei durch die Reihen von Luginbühls Gefolgschaft. Er selber schloss spontan seine Ehefrau in die Arme.

Luginbühl und Amstutz zeigten sich sehr erfreut über ihr Ergebnis. Mit einer Wahl im ersten Anlauf hatte keiner der beiden gerechnet, wie sie am Sonntag vor den Medien im Berner Rathaus sagten.

Er sei sehr optimistisch für den zweiten Wahlgang, sagte Luginbühl. Die Ausgangslage für den 20. November sei aber absolut offen.

Stöckli mit guten Karten

Das drittbeste Ergebnis erzielte, nicht ganz unerwartet, SP- Nationalrat Hans Stöckli mit 128'633 Stimmen. Auf Rang vier findet sich der Grüne Nationalrat Alec von Graffenried mit 106'081 Stimmen.

Offiziell ist noch nicht bestimmt, wer von beiden zum zweiten Wahlgang antritt. Die beiden Parteien wollen am Montag entscheiden. Es dürfte allerdings einiges dafür sprechen, dass der besserplatzierte Stöckli ins Rennen geschickt wird.

Es sei unwahrscheinlich, dass nochmals beide in den Ring stiegen, räumte von Graffenried am Sonntag ein. Und auch der Grüne Kantonalpräsident Blaise Kropf sprach davon, die Kräfte zu bündeln, um Erfolg zu haben.

FDP verzichtet

Aus dem zweiten Wahlgang verabschiedet haben sich die Freisinnigen, wie deren Kandidat Christian Wasserfallen auf Anfrage sagte. Die FDP wird nach eigenen Angaben im zweiten Wahlgang das bürgerliche Duo Amstutz/Luginbühl unterstützen. Auch die Wirtschaftsverbände stellen sich hinter die beiden, wie sie am Abend mitteilten.

Die übrigen Kandidaten konnten nicht ins Geschehen eingreifen. EVP, CVP und EDU treten nicht mehr an, wie Parteivertreter auf Anfrage sagten. Josef Rothenfluh (Parteifrei) hat sich noch nicht entschieden, und bei Rolf Zbinden (PdA) entscheidet die Partei in den nächsten Tagen.

Jahrzehntelang vertraten zwei Bürgerliche den Kanton Bern im Ständerat. 2003 gelang SP-Frau Simonetta Sommaruga der Einzug in den Ständerat. Nach Sommarugas Wahl in den Bundesrat verlor die SP den Ständeratssitz an SVP-Mann Amstutz.

Nationalratswahlen: Bernische SP schöpft Hoffnung, Grüne zittern

Die bernische SP könnte bei den Nationalratswahlen womöglich doch wie 2007 sechs Sitze holen. Das zeigt die zweite Hochrechnung der SRG. Dagegen müssen die Grünen um einen ihrer drei Sitze zittern.

Die weitere Sitzverteilung zeigt dasselbe Bild wie bei der ersten Hochrechnung am Nachmittag. Die SVP als stärkste Partei käme demnach auf neun Sitze, einer weniger als 2007 aber einer mehr als die bernische SVP nach der Abspaltung der BDP hatte.

Die BDP holte ihrerseits bei der ersten Wahlteilnahme vier Sitze. Zu den Gewinnern gehören auch die Grünliberalen, die auf Anhieb zwei Mandate holen.

Die grosse Verliererin ist die FDP, die ihren Besitzstand halbiert sieht und neu noch zwei Sitze hat. Die EVP verteidigt ihr Mandat. Die CVP hingegen verliert den Sitz von Norbert Hochreutener, die EDU denjenigen von Andreas Brönnimann.

Auch bei den Parteistärken ist die FDP die grosse Verliererin. Sie büsst gleich 6,4 Prozent ein. Bei der SVP hält sich der Schaden durch die Parteispaltung von 2008 in Grenzen: Gegenüber 2007 ging der Wähleranteil um 4 Prozent zurück, derweil die BDP aus dem Stand 14,5 Prozent holt.

Im linken Lager müssen beide grossen Parteien Verluste hinnehmen. Die SP verliert 2,2 Prozent, die Grüne Partei sogar 3,4 Prozent.

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