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MimpfeliVon der wunderbaren Adventszeit und Weisswurst-Fingern

Das Mieseste war die Bastlerei. Punkto Handarbeit hatte ich zehn krumme Finger. Sie waren einfach nicht dafür geschaffen, Kleiderbügel mit Blumen zu bemalen.

Mit den Gutzi warteten wir nicht bis am Heiligen Abend. Da gingen wir heimlich schon nach dem ersten Backtag an die Kisten.
Mit den Gutzi warteten wir nicht bis am Heiligen Abend. Da gingen wir heimlich schon nach dem ersten Backtag an die Kisten.
Illustration: Rebekka Heeb

SIE KONNTEN EINEM DIE VORFREUDE WIRKLICH VERMIESEN! Von wegen froher Advent!

Wir mussten jeden Tag ein kleines «Könzärtli» üben. Im Quartett. Meine Mutter spielte die zweite Geige. Ich nagte an der Flöte. Rosie blies sich am Fagott die Lunge raus. Tante Irmi vergriff sich an der Oboe: UND DIES ALLES HÄTTTE «STILLE NACHT» GEBEN SOLLEN!

Die Nachbarn hämmerten an die Wände. Die Spinnen zogen in den Keller. Und unser Zwirbelhund lag jaulend unter dem Sofakissen.

Vater war übrigens der Einzige, der das «kleine Hauskonzert» genoss.

Meine Mutter (jammernd – mit den Augen zum himmlischen Vater nach oben): «Ach Kinder – das alles tönt wie verirrte Frauenfürze. Und ich verstehe, dass uns die Leute auf der Strasse nicht mehr grüssen. ABER OHNE MUSIK-EINLAGE VOR DER TANNE, WÄRE ES FÜR PAPI NICHT WEIHNACHTEN!» Dann ziemlich genervt: «Also verdammt noch mal – reisst euch den Arsch auf! Und spielt wenigstens drei Sekunden zusammen!»

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