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Sport in der guten StubeVon der Arbeitslosigkeit in den Footballhimmel

Vince Papale war 30 Jahre alt, als er sich nach herben Rückschlägen in seinem Leben seinen Traum erfüllte und Footballprofi wurde. 2006 wurde seine Geschichte verfilmt.

Der Amerikaner Mark Wahlberg spielt die Rolle des Football-Talents Vince Papale.
Der Amerikaner Mark Wahlberg spielt die Rolle des Football-Talents Vince Papale.
Foto: Keystone

Man stelle sich vor, der FC Basel würde sich seit Jahren in einer sportlichen Krise befinden. Diese Krise, dieses moralische Loch, in dem sich der Verein befindet, ist so tief, dass sich die Vereinsführung kurzerhand dazu entschliesst, ein Probetraining zu veranstalten, bei dem sich jeder, aber wirklich jeder Interessierte für die Mannschaft empfehlen kann.

Man stelle sich vor, man bekäme als lebenslanger Fan des FC Basel eine reelle Chance – so winzig und unwahrscheinlich sie auch sein mag – den Aufsehern des Probetrainings aufzufallen, sich im Trainingscamp in das Kader zu spielen und sich im Anschluss tatsächlich das rotblaue Trikot für die erste Mannschaft des FCB überstreifen zu dürfen. Unrealistisch? Ja. Unmöglich? Nein. Denn vor über 40 Jahren ist einem Barkeeper und Lehrer aus Philadelphia ein ähnliches Unterfangen tatsächlich gelungen.

Der Film “Unbesiegbar – Der Traum seines Lebens” aus dem Jahre 2006 erzählt die Geschichte von Vince Papale, gespielt von Mark Wahlberg. Der Film, der auf Netflix angesehen werden kann, beruht auf wahren Begebenheiten und zeigt den kometenhaften Aufstieg Papales: Verlassen von seiner Frau, entlassen aus seinem Job als Lehrer bringt er es mit 30 Jahren durch ein öffentliches Probetraining – als ältester Rookie der NFL-Geschichte ohne College-Erfahrung – zum Footballprofi bei den Philadelphia Eagles. Jenes Team, an das er sein Herz vergeben hat, seit er denken kann.

Wie so oft haben die Filmemacher aus Hollywood einer wahren Geschichte natürlich noch eine der Märchenhaftigkeit des Films dienliche Reihe an erfundenen Nebenhandlungen hinzugefügt. Beispielsweise absolvierte Papale sein öffentliches Probetraining nicht wirklich bei den grossen Philadelphia Eagles, sondern beim kleineren ansässigen Football-Verein, den Philadelphia Bell. Diese nahmen Papale nur auf, weil dieser angab, 24 statt 28 Jahre alt zu sein. Nach zwei Jahren Semi-Profitum wurden die Eagles dann auf Papale aufmerksam und verpflichteten ihn.

Wenngleich gewisse Handlungsstränge des Films erfunden sind, bleibt die Kerngeschichte Vince Papales dennoch erhalten und bemerkenswert. Nicht umsonst erhielt Papale den Spitznamen “Rocky”, angelehnt an Sylvester Stallones Kult-Kinofigur des Aussenseiters, der zur Boxerlegende wurde und ebenfalls aus Philadelphia stammte.

Viele Sportfans träumen davon, einmal für ihren Lieblingsverein auflaufen zu können. Vince Papale ist dies trotz ungünstiger Voraussetzungen gelungen und er bewies damit, dass man seinen Traum auch noch dann verwirklichen kann, wenn es scheinbar schon zu spät zu sein scheint und es das Leben mal schlechter mit einem meint.


Die BaZ-Serie «Sport in der guten Stube» gibt täglich Tipps für zu Hause, die dabei helfen sollen, die Corona-Zeit halbwegs sportlich zu überbrücken.