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Aufstieg am grünen Tisch?Von Corona erneut gestoppt

Der Unihockeyclub Basel Regio will in die höchste Schweizer Liga aufsteigen. Doch wie die letzte Saison wurde auch die diesjährige Spielzeit abgebrochen. Es könnte allerdings sein, dass der Verein nun dennoch aufsteigen darf.

Basel Regio hat in dieser Saison erstmals in der NLB-Geschichte des Clubs das Ausländerkontingent bereits zu Saisonbeginn voll ausgeschöpft. Hier im Bild: Der Finne Otto Blomqvist.
Basel Regio hat in dieser Saison erstmals in der NLB-Geschichte des Clubs das Ausländerkontingent bereits zu Saisonbeginn voll ausgeschöpft. Hier im Bild: Der Finne Otto Blomqvist.
Foto: Basel Regio

Es ist eine Hiobsbotschaft für einen aufstiegswilligen Club: Der Schweizer Unihockeyverband verkündete vor einer Woche seinen Entscheid, den Spielbetrieb – ausser in der Nationalliga A – sofort abzubrechen. Auf- und Absteiger gibt es im Schweizer Unihockey auch dieses Jahr keine. Die aktuellen Massnahmen des Bundesrates verunmöglichen es, die Saison fristgerecht zu beenden, ohne dass der Start der kommenden Spielzeit nach hinten verschoben werden müsste.

Für die zwei NLB-Clubs Floorball Thurgau und Basel Regio ist dieser Entscheid noch etwas schmerzhafter als für die anderen Vereine. Beide Vereine wollen in die NLA aufsteigen. Und beide Clubs waren letztes Jahr schon nahe dran an der Promotion, die Basler qualifizierten sich gar bereits für die Aufstiegsspiele. Doch schon damals machte Corona den Vereinen einen Strich durch die Rechnung. Die Aufstiegsspiele konnten nicht durchgeführt werden, die beiden Clubs mussten einen weiteren Anlauf in der NLB nehmen. Und seit letzter Woche ist klar, dass auch dieser Anlauf vom Coronavirus ausgebremst wird.

Durch äussere Umstände

Rainer Altermatt, der Leiter der Geschäftsstelle von Basel Regio, sagt: «Natürlich können wir den Entscheid nachvollziehen. Doch für uns ist der Abbruch ein nächster Nackenschlag. Es wurden uns zweimal durch äussere Umstände die Möglichkeit genommen, sportlich den Aufstieg zu realisieren. Das ist extrem unbefriedigend.» Bei Basel Regio hat man viel für eine Promotion in die NLA investiert. Erstmals in der NLB-Geschichte des Clubs, der mit einem Budget von einer halben Million Franken arbeitet, hat man in dieser Saison das Ausländerkontingent schon zu Beginn der Spielzeit ausgeschöpft. Otto Blomqvist, Ondrej Svatos, Janne Hyvönen und Pieti Alatalo sollten den Verein, der bereits im April 2019 in den Aufstiegsspielen erst in der Nachspielzeit der Belle den Aufstieg verpasst hatte, endlich in die höchste Schweizer Liga führen.

Der Saisonstart war vielversprechend. Die Basler belegten hinter Floorball Thurgau den zweiten Rang. Doch dann kam zunächst der Unterbruch und schliesslich der Abbruch. Bei Regio Basel ist man nun der Meinung, dass die Liga nach dem zweiten Abbruch innert Jahresfrist neue Wege beschreiten sollte. «Es wäre angebracht, dass man nach zwei Saisons ohne Auf- und Abstiege Alternativen sucht», meint Altermatt.

Die Basler hatten schon im vergangenen Frühling vorgeschlagen, die Nationalliga temporär auf 14 Mannschaften aufzustocken. Altermatt sagt: «Es wird immer wieder betont, dass niemand schuld ist an dieser aussergewöhnlichen Situation. Das stimmt. Gerade deshalb sollten aber die daraus resultierenden Benachteiligungen nicht immer die Gleichen treffen.» In anderen Sportarten wie im Eishockey habe man auch neue Wege beschritten. Wieso also nicht auch im Unihockey?

Die Liga hält sich bedeckt

Ob die Wünsche der Basler an der am Dienstag stattfindenden ausserordentlichen Nationalligaversammlung mit allen Präsidenten der Nationalligen A und B Gehör finden, ist ungewiss. Die Liga hält sich zu allfälligen Strukturänderungen bedeckt: «Es laufen verschiedenste Überlegungen und Diskussionen, wie die Anpassungen aussehen könnten. Es ist offen, in welche Richtung es schlussendlich gehen könnte.»

Abgestimmt wird zunächst jedenfalls über einen Antrag des Nationalliga-Komitees, der in eine andere Richtung geht, als das Basel Regio lieb ist. Das Komitee schlägt vor, die NLB auf 14 Teams aufzustocken. Dafür müssten zwei Teams aus der NLA zwangsabsteigen, etwas, was der Modus aktuell nicht vorsieht. Daniel Moser, der als Präsident von Basel Regio den Club bei der Versammlung vertreten wird, sagt: «Ein Zwangsabstieg würde klare Verlierer hervorbringen und wäre auch moralisch nicht vertretbar. Deswegen gehe ich davon aus, dass der Antrag von einer Mehrheit abgelehnt wird.»

Eine solche Ablehnung bedeutet Status quo. Aber auch in diesem Fall gäbe es Verlierer: «Sollte die Liga keine Änderungen beschliessen, ist dies für uns sicher das Worst-Case-Szenario», meint Moser. Daher hat der Präsident von Basel Regio zusammen mit Floorball Thurgau einen weiteren Antrag eingereicht. Dieser sieht vor, dass die Liga den Entscheid vertagt. «Viele waren vom Vorschlag überrumpelt, weil davon bis jetzt keine Rede war», begründet Moser und führt weiter aus: «Wir schlagen daher vor, eine unabhängige Arbeitsgruppe einzusetzen.» Diese soll mit den Vereinen einen Monat über Alternativen diskutieren, die möglichst wenig Verlierer hervorbringen. Moser schätzt die Chancen, dass der Antrag durchkommt, intakt ein.

Wie diese Alternativen im Detail aussehen, ist noch unklar. Was aber klar ist: Basel Regio hätte weiterhin die Chance, nächstes Jahr NLA zu spielen. Doch Moser geht es nicht primär um den Aufstieg. Vielmehr erhofft er sich, dass ein Weg gefunden wird, dass in Zukunft auch die NLB im erneuten Krisenfall fortgesetzt werden könnte. Das schafft zum einen Planungssicherheit. Zum anderen bleibt dem Club dann die Möglichkeit, die Promotion sportlich endlich doch zu schaffen.