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MimpfeliVom bissigen Lenchen und dem kleinen Hund an Weihnachten …

Wie es dazu kam, dass Tantchen postum den Übernamen «die fröhliche Frau mit dem kleinen Bastard» erhielt.

Lenchen drückte den Hund an sich. Und wie durch einen Zauber veränderten sich Tantchens Gesichtszüge. Die Konturen wurden weicher, die Augen schauten liebevoll, der Mund zitterte zart.
Lenchen drückte den Hund an sich. Und wie durch einen Zauber veränderten sich Tantchens Gesichtszüge. Die Konturen wurden weicher, die Augen schauten liebevoll, der Mund zitterte zart.
Illustration: Rebekka Heeb

Niemand mochte Lenchen. Vor allem mochte sie sich selber nicht. Entsprechend hühnerte sie stets wie ein drohendes Gewitter herum. Und vermieste uns mit ihren schwarzen Gedanken die sonnigsten Tage.

Lenchen war «das Tantchen». Oder genauer: die Cousine von Mutters Seite. Das Tantchen hatte viel Geld. Und nie gearbeitet. Jeder hatte andere Träume, was er mit Tantchens Geld machen würde – nun ja, wenn er es nur erst hätte. Mein Vater träumte von einer Marokko-Reise. Und wie er dort mit Lenchens Pulver das Atlas-Gebirge und die Weiber aufmischen würde. Viele Jahre später konnte er sich diese Reise wirklich gönnen. Allerdings nur durch eine grosszügige Spende aus Mutters Börsengewinn. Tatsächlich hat er das Atlasgebirge aufgemischt – die Frauen aber blieben ihm verschleiert fern.

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