Zum Hauptinhalt springen

Corona geht ins GeldVirus kostet die Baloise 200 Millionen Franken

Basler Versicherer hilft nach eigenen Angaben Tausenden von Geschäfts- und Privatkunden in der Krisenzeit.

Baloise-CEO Gert De Winter sucht nach einer Pool-Lösung für zukünftige Pandemien.
Baloise-CEO Gert De Winter sucht nach einer Pool-Lösung für zukünftige Pandemien.
Foto: Nicole Pont

«Auf den ersten Blick ein schwaches Ergebnis.»

Analyst der Bank Vontobel zum Semesterergebnis der Baloise

Baloise war schon besser, zeigt sich angesichts der Corona-Krise mit der eigenen Leistung im ersten Halbjahr aber zufrieden. Das operative Geschäft sei «resilient und solide», sagte Baloise-CEO Gert De Winter am Semestergespräch. Er spricht «von historisch beispiellosen Umständen». Die Covid-19-Pandemie stelle die globale Wirtschaft vor grosse Herausforderungen.

Die im Zusammenhang mit Corona zu erwartenden Schadenaufwendungen für das laufende Geschäftsjahr inklusive Rückstellungen beziffert er auf brutto 200 Millionen Franken. Da sich die Baloise gegen die Folgen von Pandemie aber wie ihre Kundinnen und Kunden abgesichert hat, müssen 62,6 Millionen Franken aus der eigenen Kasse bezahlt werden. Der Rest läuft über die Rückversicherung. Die eigenen Kosten wurden vollständig im ersten Halbjahr verbucht. Ins Geld gehen primär Präventionsmassnahmen des Bundes bei kleineren und mittleren Unternehmen. Vor allem Bars und Restaurants mussten wegen Covid-19 ihren Betrieb temporär einstellen. Wegen Corona sank der Aktionärsgewinn von 395 auf 178 Millionen Franken.

Zufrieden zeigte sich De Winter mit der Art und Weise, wie Baloise während des Lockdown gearbeitet hat. Man sei sowohl organisch als auch durch Zukäufe weiter gewachsen. Die Betreuung der Kundinnen und Kunden sei durch die Nutzung alternativer Beratungskanäle «auf gewohnt hohem Niveau» erfolgt. Das operative Geschäft sei ohne Einschränkungen weitergegangen.

Aktionärsgewinn belastet

Corona habe überdies an der Profitabilität des Nichtlebengeschäfts keine Spuren hinterlassen. Trotz der hohen Schadenzahlungen liege diese «auf einem ausgezeichneten Niveau», sagte De Winter. Dies unterstreiche die hohe Qualität des Nichtlebenportfolios. Trotzdem musste er einräumen: «Corona-bedingte Schadenaufwendungen haben den Aktionärsgewinn belastet.» Sogar mehr als von Analysten angenommen. «Auf den ersten Blick ein schwaches Ergebnis», heisst es bei der Bank Vontobel. «Die Kennzahlen liegen teilweise etwas unter den Erwartungen», heisst es bei der Zürcher Kantonalbank.

Für die Zukunft will sich die Baloise besser gegen Pandemien wappnen. Zusammen mit dem Versicherungsverband SVV wollen sich die Basler für eine Private-Public-Lösung einsetzen. Diese soll künftig breiten Versicherungsschutz für Wirtschaftsteilnehmer in einem Pandemiefall sicherstellen. Die bestehende Epidemiedeckung gilt gemäss De Winter nämlich nur bei lokalen Ereignissen wie etwa Salmonellenvergiftungen oder einer Norovirus-Infektion. Um sich noch besser bei Pandemien abzusichern, passt die Baloise ihre Versicherungsverträge an.

Bereits weiter ist die Baloise bei anderen Versicherungslösungen. Grosse Hoffnungen setzt sie in den Reinigungsdienstleister Batmaid. Hier können Kunden innerhalb einer Minute Reinigungspersonal online anstellen. Dank Treuhandservice kümmert sich das Unternehmen um die Anmeldung und Zahlung der Lohnsteuer. Dem Reinigungspersonal bringt die Plattform deklarierte Arbeit mit Sozialversicherungsschutz.