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Hohe Verluste bei BVB und BLTViele Fahrgäste meiden Tram und Bus noch immer

Nach dem Lockdown begannen die Basler und Baselbieter wieder vermehrt, den ÖV zu benützen. Nun jedoch zeichnet sich eine Stagnation ab – auf einem tiefen Niveau.

Auf den ÖV kommen dunkle Zeiten zu.
Auf den ÖV kommen dunkle Zeiten zu.
Bild: Nicole Pont

Der öffentliche Verkehr in den beiden Basel leidet. Obwohl der Lockdown mittlerweile Monate her ist und die Maskenpflicht vor dem Virus schützen soll, meiden viele Leute Bus und Tram weiterhin. Wie die «Basellandschaftliche Zeitung» (BZ) schreibt, lag die Auslastung bei den Basler Verkehrsbetrieben (BVB) und der Baselland Transport AG (BLT) Ende Oktober bei rund 70 Prozent des Vorjahres. Die Autobus AG Liestal kann knappe 80 Prozent verzeichnen.

BLT-Direktor Andreas Büttiker sagt gegenüber der BZ, die Auslastung sei nach dem Lockdown erst kontinuierlich gestiegen. Mitte Oktober jedoch habe die Anzahl Fahrgäste wieder abgenommen. Büttiker vermutet, dass die neuen Empfehlungen des Bundesrats betreffend Homeoffice und Menschenansammlungen dazu führen, dass die Leute weniger ÖV fahren. BVB-Sprecherin Sonja Körkel fügt an, dass die Basler Verkehrsbetriebe auch den Ausfall der Herbstmesse und die Zuschauerbeschränkungen bei den Spielen des FC Basel spüren würden.

Die Fahrgastzahlen der BVB werden seit Februar 2020 wöchentlich erhoben. Von rund 2,5 Millionen Fahrgästen sank die Zahl im Lockdown auf 500’000 und liegt momentan bei rund 1,6 Millionen. Ob die Kurve nun auch bei den BVB wieder sinken wird, wie es Büttiker bei der BLT beobachtet, bleibt abzuwarten. Derzeit sieht es mehr so aus, als würden die Zahlen stagnieren – dies jedoch auf einem wesentlich tieferen Niveau als vor dem Lockdown.

Grosse Verluste befürchtet

Noch mehr Sorgen als Büttiker und Körkel macht sich Adrian Brodbeck, Geschäftsführer des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW), der ebenfalls im Artikel der BZ zu Wort kommt. Er spricht von einer Stigmatisierung des ÖV in Sachen Corona und befürchtet, dass sich immer mehr Stammkunden abwenden werden.

TNW verzeichne derzeit einen Rückgang bei den Monatsabos um 24 Prozent. Brodbeck rechnet fürs Geschäftsjahr 2020 mit Einbussen von 40 bis 45 Millionen Franken. Die BVB rechnen mit einem Verlust von 30 Millionen Franken, die BLT mit einem Verlust zwischen 6 und 8 Millionen Franken.

13 Kommentare
    D. Eugster

    man gewöhnt sich eben ans E-Bike. Das wird auch nach Corona seine Auswirkungen haben. Man ist schnell und bequem am Ziel , "Parkplätze" findet man auch problemlos und erst noch gebührenfrei. Weshalb sollte man da noch das ÖV wählen?