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Militäroperation in LateinamerikaUSA schicken Kriegsschiffe nach Venezuela

Washington erhöht den Druck auf die Regierung von Nicolás Maduro, die von der Corona-Krise überfordert ist. Es ist eine der grössten Militäroperationen der USA in Lateinamerika seit 1989

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro steht unter Beschuss. Die USA beschuldigen ihn, dass illegale Drogengelder seine Macht erhalten.
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro steht unter Beschuss. Die USA beschuldigen ihn, dass illegale Drogengelder seine Macht erhalten.
Foto: Carolina Cabral (Getty Images)

Die Vereinigten Staaten schicken mehrere Kriegsschiffe vor die Küste Venezuelas. Die Operation habe das Ziel, Drogenlieferungen aus Südamerika in die USA zu stoppen, erklärte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Am Einsatz sollen auch Überwachungsflugzeuge und Spezialeinheiten teilnehmen. Es ist eine der grössten Militäroperationen der USA in Lateinamerika seit der Invasion von Panama 1989.

Auch wenn die Aktion den Schmuggel in der gesamten Region eindämmen soll, so richtet sie sich doch vor allem gegen Venezuela und die dortige sozialistische Regierung von Nicolás Maduro. Die USA werfen ihm und mehreren seiner Mitarbeiter vor, mit kolumbianischen Drogenkartellen zusammenzuarbeiten. Jedes Jahr sollen so 250 Tonnen Kokain in die Vereinigten Staaten geschmuggelt werden. Angesichts des Ausbruchs des Coronavirus wachse die Gefahr, dass Kriminelle die Situation für ihre Zwecke nutzen, erklärte Präsident Trump. «Wir dürfen das nicht zulassen.» Das venezolanische Volk leide unter der aktuellen Regierung, fügte Verteidigungsminister Mark Esper hinzu. «Korrupte Akteure wie das illegitime Maduro-Regime in Venezuela sind auf die Gewinne aus dem Verkauf von Drogen angewiesen, um ihre Macht zu erhalten», sagte Esper.

Kopfgeld auf den Präsidenten ausgesetzt

Vergangene Woche hatte die US-Justiz bereits Klage gegen den venezolanischen Präsidenten erhoben und ein Kopfgeld von 15 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. Am Dienstag hatte US-Aussenminister Mike Pompeo dann zusätzlich vorgeschlagen, eine Übergangsregierung mit Mitgliedern der Regierung und der Opposition einzusetzen. Diese solle sich bemühen, Neuwahlen zu organisieren.

Oppositionsführer Juan Guaidó wird von 60 Staaten als Übergangspräsident anerkannt.
Oppositionsführer Juan Guaidó wird von 60 Staaten als Übergangspräsident anerkannt.
Foto: Carolina Cabral (Getty Images)

Venezuela wird seit Jahren von einer politischen Krise beherrscht. Die Opposition erkannte die letzten Präsidentschaftswahlen nicht an. Parlamentspräsident Juan Guaidó erklärte sich daraufhin im Januar 2019 selbst zum Übergangspräsidenten. Rund 60 Staaten haben ihn offiziell anerkannt, darunter Deutschland und die USA. Sie stehen der sozialistischen Regierung in Venezuela schon seit langem feindlich gegenüber. Washington hat in der Vergangenheit bereits scharfe Sanktionen gegen das Land verhängt. Auch deshalb ist die wirtschaftliche Situation Venezuelas mittlerweile extrem schlecht. Selbst Grundnahrungsmittel sind knapp.

Bislang hält sich Nicolás Maduro aber weiter an der Macht, nun gibt es jedoch auch in Venezuela Infektionen mit dem Coronavirus. Weil das Gesundheitssystem in dem südamerikanischen Land schwer angeschlagen ist, könnte es zu einer Katastrophe kommen, fürchten Beobachter. Die USA wollten diese Situation für sich nutzen, sagen Kritiker, darum erhöhe Washington nun den Druck.

Nach Bekanntwerden des US-Militäreinsatzes sprach Maduros Kommunikationsminister am Mittwochabend von einem verzweifelten Versuch der USA, von der «humanitären Krise» durch die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus im eigenen Land abzulenken.

44 Kommentare
    Lars Müller

    Ist doch eine super Sache ! Da rollt eine Lawine durch's Land und was macht man um von inneren Problemen abzulenken ? Man zettelt einen kleinen Krieg an .

    Das haben schon Könige und Imperatoren vor 2000 Jahren so gemacht. Zeigt mal wieder eindeutig wie dumm wir Menschen sind . Krone der Schöpfung ? Ich denke nicht .