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Die Schnellsten

Mehrere US-Nachrichtenportale haben sich zusammengeschlossen, um bei der Präsidentenwahl schneller Ergebnisse zu publizieren. Das wird heftig kritisiert.

Sollen schneller mit Informationen bedient werden: Wähler und Wählerinnen in Kalifornien (7. November 2016).
Sollen schneller mit Informationen bedient werden: Wähler und Wählerinnen in Kalifornien (7. November 2016).
Keystone

Die Nachrichtenportale «Slate» und «Vice News» haben gemeinsam mit «Votecastr» ein Projekt in Angriff genommen, welches in Echtzeit Ergebnisse liefern soll, wie in den einzelnen US-Staaten gewählt wird. Eine ziemliche Veränderung zur bisherigen Berichterstattung, für welche die Journalisten üblicherweise zusammengepfercht in Quarantäne und ohne Handys über den neuesten Wahlergebnissen brüten, aber nichts veröffentlichen dürfen.

Das Ziel von «Votecastr», das ab Anfang Nachmittag laufen soll, sei es, den «Blackout» zwischen der Zeit, wenn die Wahlbüros geschlossen würden, und Dienstagabend, wenn die ersten Ergebnisse veröffentlicht würden, mit Informationen zu füllen, meint Journalist und «Votecastr»-Chef Sasha Issenberg gegenüber dem amerikanischen Polit-Portal «Politico».

Befürchtung, dass Wahlergebnisse beeinflusst werden

Von Issenbergs Idee sind aber nicht alle begeistert: Viele ältere Wahlkampfsemester, insbesondere Medienschaffende, äussern die Befürchtung, dass das Sammeln und Veröffentlichen der Daten während der laufenden Wahlen das Ergebnis beeinflussen könnte. Doch Issenberg beschwichtigt: Die US-Amerikaner hätten vor den Wahlen so viele Umfrageergebnisse und Voraussagen gehört, dass es auf den Tag der Wahlen selbst sicher nicht mehr gross ankommen werde.

«Votecastr» ist nicht die einzige neue Datenquelle, welche die Wartezeit für Wahlkampfinteressierte verkürzen will. «Politico» ist beispielsweise eine Partnerschaft mit «Morning Consult» eingegangen, um eine Übersicht über die Wähler zu schaffen, nachdem diese ihre Wahlzettel abgegeben haben.

Auch «Buzzfeed» berichtet in Echtzeit

Ebenfalls eine wichtige Rolle in der Wahlkampfberichterstattung möchte «Buzzfeed» spielen. Die Nachrichtenplattform ist eine Kooperation mit «Decision Desk HQ» eingegangen, die sich selbst als «den einzigen unabhängigen und umfassenden Wahlnacht-Resultate-Service gegenüber der Aussenwelt» bezeichnet.

«Buzzfeed»-Herausgeber Ben Smith hofft, das Projekt ermögliche «ein klares Fenster nicht nur darüber, wer gewinnt, sondern auch, wie Journalisten und Analysten diese Nachrichten erstellen». Die Berichterstattung und die Analyse der Wahlen in den USA sollen entmystifiziert werden.

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