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Kommentar zum Lauberhorn-StreitUrs Lehmann ist Sieger nach Punkten

Der Swiss-Ski-Präsident ging im Poker um die Lauberhornrennen aufs Ganze. Das hat sich für ihn gelohnt.

Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann (hinten) und OK-Chef Urs Näpflin glücklich nach der PK vom Donnerstag.
Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann (hinten) und OK-Chef Urs Näpflin glücklich nach der PK vom Donnerstag.
Foto: Keystone

Eine Woche ist es nun her, dass der Streit um die Lauberhornrennen eskalierte. Weil Swiss-Ski beim Weltverband FIS die Streichung des Anlasses aus dem provisorischen Kalender 2021/2022 beantragte. Es war die giftige Reaktion des Verbandes auf das Zwischenurteil eines laufenden Verfahrens vor dem Internationalen Sportgericht CAS, in welchem die Wengener Organisatoren eine Million Franken pro Jahr an zusätzlichem Geld von Rechteinhaber Swiss-Ski fordern.

Während Tagen lieferten sich Verbandspräsident Urs Lehmann und Urs Näpflin, der OK-Präsident der Lauberhornrennen, daraufhin einen Streit in der Öffentlichkeit. Und so mutete es surreal an, als die beiden gestern einhellig das Ende ihrer Auseinandersetzung verkündeten.

Möglich gemacht hatte dies Bundesrätin Viola Amherd, indem sie einen runden Tisch einberief, an dem neben Lehmann und Näpflin auch der Berner Regierungsratspräsident Christoph Ammann und Baspo-Direktor Matthias Remund teilnahmen.

«Indem Lehmann die maximale Provokation wagte, sorgte er dafür, dass sich die Politik einschaltete.»

Details zur Aussprache respektive zur neuen Vereinbarung wurden zwar keine genannt. Doch die wesentlichen Punkte sind bekannt: Die Organisatoren ziehen ihre Klage vor dem CAS zurück, und der Kanton Bern wird den Anlass finanziell stärker unterstützen.

Die Lauberhornrennen sind «too big to fail». Das zeigt nur schon der Umstand, dass sich eine Bundesrätin einschaltete, um die Streithähne zur Räson zu bringen. Natürlich wissen Lehmann und Näpflin um die Strahlkraft dieses Anlasses. Aber Ersterer ging «all in». Indem er die maximale Provokation wagte und dieses nationale Heiligtum ernsthaft infrage stellte, sorgte er dafür, dass sich die Politik einschaltete.

Swiss-Ski muss nun allen entgegenkommen

Lehmann erwartete ein Bekenntnis von der öffentlichen Hand – das hat er nun erhalten. Vor allem ist er die Klage vor dem CAS los. Deshalb geht der Aargauer als Sieger aus diesem Rencontre hervor – aber eben nur als Sieger nach Punkten. Weil die Wengener ihre Klage nicht einfach so zurückziehen, zumal ihre Erfolgsaussichten äusserst günstig waren. Swiss-Ski wird nicht nur ihnen, sondern allen Schweizer Organisatoren entgegenkommen müssen.

12 Kommentare
    De Stephani

    Herr Oppliger, was für ein Titel. Es gibt in diesem Streit keine Sieger nach Punkten, sondern der ganze Event in dieser Grössenordnung hätte hinterfragt werden können, ob es Sinn macht, einen solchen Anlass überhaupt noch durchzuführen. Geht es nur noch um das Geld und Vermarktung! Der Sport wird zum Nebenprodukt!!!!!!!!