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Debatte um das VerhüllungsverbotUnter Musliminnen

Nikab und Burka werden in der Schweiz oft als Symbole der Unterdrückung dargestellt – doch was sagen Musliminnen und Muslime dazu? Wir haben mit ihnen gesprochen.

Von oben links im Uhrzeigersinn die verschiedenen Verhüllungsformen: Burka, Hidschab, Nikab, Schaila, Al-Amira.
Von oben links im Uhrzeigersinn die verschiedenen Verhüllungsformen: Burka, Hidschab, Nikab, Schaila, Al-Amira.
Illustration: Ojima Abalaka

«ا Elif; ﺏ Be; ت Te; ﺙ Se …» Vage klingt das Flüstern in der Moschee in mir nach. Verschwommen sehe ich das hellblaue Heft vor mir, bedruckt mit Punkten und Strichen die Laute bedeuten sollten. «Elif, Be …?», fragt der Imam. Ich bin an der Reihe, das arabische Alphabet aufzusagen, bemüht, keinen falschen Laut von mir zu geben.

Mehr als zwanzig Jahre ist mein Koranunterricht her. Meine Schwester und ich besuchten ihn kaum ein Jahr lang. Wir wollten lieber in die Badi, in den Wald. Bescheiden ist meine Prägung durch den Islam, der Religion, in die ich hineingeboren wurde. Was mir meine Eltern an Werten mitgaben, waren universelle Dinge wie Aufrichtigkeit, Demut, Fleiss, Empathie, Gemeinschaftssinn, der Glaube an das Schicksal. Sie lebten uns keine religiöse Praxis vor, schickten uns dennoch in den Koranunterricht. Die Religion, so glaubten sie, würde uns mit der türkischen Kultur verbinden. Muslimisch und türkisch sein, das ist für sie eins.

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