Zum Hauptinhalt springen

7 süsse EmpfehlungenUnsere liebsten Chocolatiers und Patissiers von Genf bis St. Gallen

Für all diejenigen, die den bitteren Nachgeschmack des letzten Jahres noch nicht losgeworden sind, hat Martin Jenni kleine kulinarische Leichtigkeiten aufgegabelt, die das Leben im neuen Jahr versüssen können.

Süsse Versuchungen wie diese hier von Chocolatier Max König in Luzern helfen, in nicht ganz einfachen Zeiten die Lebensfreude aufrechtzuerhalten.
Süsse Versuchungen wie diese hier von Chocolatier Max König in Luzern helfen, in nicht ganz einfachen Zeiten die Lebensfreude aufrechtzuerhalten.
Foto: PD

Einmal mehr wird der Genuss wegen Verdachts auf zu viel Freude in Untersuchungshaft gesteckt. Die Gastronomie darbt, passionierte Wirtschaftsgänger stehen vor verschlossenen Türen, und statt Speisekarten studieren sie Hinweise und Verbote. Kurz, statt dass uns das Wasser im Munde zusammenläuft, zieht sich uns der Magen zusammen. Unter diesen Voraussetzungen wird es anspruchsvoll, die Lebensfreude aufrechtzuerhalten.

Das gelingt uns zum Beispiel mit guter Schokolade von Meistern ihrer Kelle. «Neun von zehn Menschen mögen Schokolade. Der Zehnte lügt», hat es der amerikanische Schriftsteller John Tullius auf den Punkt gebracht. In diesem Sinne viel Freude mit Pralinés, Truffes und Co.

Pur beurre in Genf

Patisserie Golay
Patisserie Golay
Foto: PD

Die Pâtisserie Golay gehört für mich zu den kulinarischen Viertausendern der Schweiz. Schlicht phänomenal, was die hinzaubern! Ob süss oder salzig, ist egal, es sind kleine Kunstwerke, die zu normalem Preis käuflich zu erwerben sind. Endlich einmal ein Familienunternehmen, das bei der Einrichtung ihres Tearooms Fingerspitzengefühl bewiesen hat, was allerdings in diesen Tagen eh kein Thema ist. Was zählt, ist der Einkauf.

Pâtisserie Golay, Genf

Tel. 022 736 71 56, patisseriegolay.ch

Mo bis Fr 6.3018 Uhr, Sa von 715 Uhr geöffnet.

Tipp: Éclair chocolat. Zum lustvoll Reinbeissen.

Kaiserlich in Perroy

Chocolatier Tristan
Chocolatier Tristan
Foto: PD

Auch wenn er noch in den Ferien weilt, ohne diese Empfehlung geht es nicht. Er gilt unter Kennern als der Chocolatier der Waadt, der Romandie, ja, der Schweiz. Je nachdem, wers sagt und wie ausgeprägt das Lokalkolorit ist. Ob Tristan Carbonatto tatsächlich die Nummer 1 ist, weiss ich nicht, dass seine Produkte Spitzenklasse sind, aber schon. Das wird mir immer wieder dann bewusst, wenn mir in seinem kleinen, üppig ausgestatteten Laden seine Delikatessen bereits in Gedanken auf der Zunge zergehen, bevor ich diese überhaupt gekauft habe. Wer in Richtung Genf unterwegs ist, sollte hier zwingend einen Boxenstopp einlegen.

Artisan-Chocolatier Tristan, Perroy VD

Tel. 021 807 21 25, chocolatier-tristan.ch

Di bis Fr 1012 und 13.3018.30, Sa 916.30 Uhr geöffnet. Achtung: Ferien bis Mo 25.1.2021

Tipp: Rêves de noisettes noir und Rubis au gingembre. Wow!

Chez Marianne in Freiburg

Fleur de cacao
Fleur de cacao
Foto: PD

Klein, fein und vorzüglich sind die Kunstwerke, die Marianne Schneider in der Basse Ville aus ihrem Atelier hervorzaubert. Ob Pralinés, Florentiner, Branchli, schwarze Schokolade mit und ohne rosa Pfeffer oder gar kandierte Orangenschnitze mit dunkler Schokolade, ist egal, es mundet köstlich. Wer als Schleckmaul einmal bei Marianne eingekauft hat, wird ein hoffnungsvoller Wiederholungstäter, der statt Kalorien süsse Momente zählt.

Fleur de cacao, Freiburg

Tel. 031, 079 396 71 93, fleur-de-cacao.ch

Di bis Fr 818, Sa 817, So 917 Uhr geöffnet

Tipp: Wer Freiburg besucht, kauft sich zum Znüni ein Branchli und ganz in der Nähe bei der Boulangerie Hofstetter das Brotweggli dazu. So wie früher.

Tradition verpflichtet in Basel

Confiserie Brändli
Confiserie Brändli
Foto: PD

Seit 1935 ist die Kernkompetenz der Confiserie Brändli das Praliné. In bester Handarbeit, geformt aus hauseigener Schokolade, warten 64 Sorten Pralinés auf feinschmeckende Entdecker. Täglich frisch, versteht sich. Nur, das reicht Inhaber Michael Grogg noch nicht. So tüftelt sein Team stets an neuen Kreationen mit neuen Ingredienzen. Da darf auch schon mal ein exotisches Gewürz ins Spiel kommen. Gerade in diesen struben Zeiten kann so ein Praliné die Nerven besänftigen. Biss für Biss, wobei das grösste Geschmackserlebnis dem widerfährt, der das Praliné auf der Zunge zergehen lässt. Kennerinnen reden von einem Gaumentanz, Kenner von einer Geschmacksexplosion. Wohlan!

Confiserie Brändli, Basel

Tel. 061 271 57 10, braendli-basel.ch

Die verschiedenen Öffnungszeiten der Cafés und Verkaufsstellen finden sie auf der Website.

Tipp: Nach Lust und Laune aus dem Sortiment auswählen. Mir haben es u. a. Truffe Framboise, Ingwer, Cerises au Kirsch und Truffe Gosset-Champagne angetan.

Königlich in Luzern

Max Chocolatier
Max Chocolatier
Foto: PD

Max König ist ein Meister seines Fachs. Nach der noblen Nachbarschaft und den verführerischen, vergänglichen Kunstwerken von Max könnte seine Schokoladenmanufaktur auch ein Juweliergeschäft sein. Pralinés, Schokolade; es ist alles da, in einer Perfektion, die für die Deutschschweiz einmalig ist. Wieso nicht gute Freunde zu einem unvergesslichen Erlebnis einladen? Max König organisiert Führungen und bietet Degustationen in Luzern und Zürich an. Wer den entsprechenden Geldbeutel hat, kann den Ort auch frei wählen. Wer sich steigern will, kombiniert die Schokolade mit Champagner, Port oder Whisky oder einfach «nur» mit Wein.

Max Chocolatier, Luzern

Tel. 041 418 70 90, maxchocolatier.com

Mo bis Fr 1018.30, Sa 916 Uhr geöffnet

Tipp: Eine Schachtel Winterpralinés mit Zutaten wie Litschi und Chili, Pistazien-Mandel-Marzipan, Caramel und Erdnuss, Hagebutten und Hibiskus und mehr.

Monsieur Windbeutel in Zürich

Bertrams Confiserie
Bertrams Confiserie
Foto: PD

Website? E-Mail? Gott bewahre. Die einzigartige Confiserie von Bertram Beerli ist eine Reise nach damals, mit viel Nostalgie an den Wänden und viel Frische auf den Tortenplatten. Allein schon sein Laden lohnt den Besuch an der Nordstrasse. Das Angebot ist klein und durchdacht. Bekannt ist Bertram Beerli für seine saisonalen Spezialitäten wie Erdbeer- und Beerentorte. Das ganze Jahr erhältlich sind seine berühmten Windbeutel oder, etwas feiner ausgedrückt, seine Profiteroles, die ein einziges süsses Märchen sind, umhüllt von einem caramelisierten Zuckermantel, gefüllt mit einer Creme aus Vanille und Rahm, und ihre Vollendung auf der Saint-Honoré finden. Chapeau.

Bertrams Confiserie, Zürich, Nordstrasse 187

Tel. 044 361 26 09, keine Website

Di bis Fr 1012 und 13.3018.30, Sa 816 Uhr

Tipp: Ohne eine Portion Windbeutel zu kaufen, geht ein Besuch nicht.

Alles bleibt anders in St. Gallen

Praliné Scherrer
Praliné Scherrer
Foto: PD

Intensiv, reich, anders. So schmecken die Pralinés und Truffes von «Praliné Scherrer» in St. Gallen, die ohne Konservierungsstoffe hergestellt werden. Das junge Team von Inhaberin und Geschäftsführerin Vittoria Kreis ist erfinderisch, ohne dabei die Tradition aus den Augen zu verlieren. Handwerkskunst, Liebe zum Detail und überraschende Ideen sind ihre Zutaten für diverse neue Praliné- und Truffesorten. Und wer einen erlesenen Single Malt zu Hause hat, kann ihn gleich mitbringen und bei Scherrer seine eigenen Whisky-Truffes kreieren lassen, was alles andere als eine Schnapsidee ist.

Praliné Scherrer, St. Gallen

Tel. 071 222 18 52, praline-scherrer.ch

Di bis Fr 918, Sa 917 Uhr geöffnet.

Tipp: Olivenöl-Truffe mit zartbitterer Schokolade und Extra-Vergine-Olivenöl aus Apulien.

5 Kommentare
    P. Milraux

    Also die würde ich sofort essen, ganz, obwohl ich normalerweise keine zuckeramateurin bin.