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Unispital untersucht AbrechnungenWie kann ein Arzt neun Gespräche gleichzeitig führen?

Die Klinik für Herzchirurgie hat viel Geld verdient mit Leistungen, bei denen es zu «Unregelmässigkeiten» kam. Es geht um Honorare in Millionenhöhe.

Wurde am Universitätsspital Zürich falsch abgerechnet? Eine Anwaltskanzlei untersucht den Fall.
Wurde am Universitätsspital Zürich falsch abgerechnet? Eine Anwaltskanzlei untersucht den Fall.
Foto: PD

Lina Gerber (Name geändert) hat vom Valentinstag nichts mehr mitbekommen. Tagelang lag sie nach einer Herzoperation im Koma, ihr betagter Lebenspartner war zu Hause, weit weg von ihr. Die Ärzte konnten der 79-Jährigen nicht mehr helfen. Sie starb am nächsten Morgen, um 9.08 Uhr am 15. Februar 2020.

Die zehntägige Behandlung am Zürcher Universitätsspital (USZ) kostete 190’292 Franken. Als der Sohn und die Tochter von Lina Gerber die Abrechnung in den Händen hielten, machte sie ein Honorarposten stutzig. Für die letzten sechs Tage auf der Intensivstation hatte die Klinik für Herzchirurgie der betagten Frau jeden Tag ein «interdisziplinäres Arztgespräch» auf die Rechnung gesetzt – für je 1000 Franken. Doch die Angehörigen hatten keinerlei Kenntnis von solchen Besprechungen, obwohl sie in intensivem Austausch mit den Ärzten standen.

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